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Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik

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Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

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4 | Clusterreport I Verkehr, Mobilität und Logistik – Ein starker Standort Berlin ist mit eRollern von COUP und Emmy Hauptstadt des Elektro-Roller-Sharing, © COUP – www.joincoup.com Ein starker Standort Mobilität ist ein Grundbedürfnis der modernen Gesellschaft. Sie ist wesentlicher Treiber für Innovation und Wachstum und bildet die Basis unseres Lebens und Wirtschaftens. Zukunftsforscher Matthias Horx spricht sogar vom Megatrend Mobilität und hält fest: „Kaum etwas prägt das Leben in der globalisierten Gesellschaft so sehr wie Mobilität. Ihr kommt ein unentbehrlicher Ermöglichungscharakter zu. Mobilität bedeutet Beweglichkeit, Veränderung und Wandlungsfähigkeit, individuell wie gesellschaftlich.“ Gleichzeitig stellt uns die Mobilität in ihren unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen vor große Herausforderungen. Das macht sich insbesondere in den Städten bemerkbar. Sie müssen Lösungen für die Überbelastung der Straßen, die Beeinträchtigung der Luftqualität und Lärmbelästigung durch den Verkehr finden. Das konstatiert auch die Europäische Union in ihrem aktuellen Weißbuch zum europäischen Verkehrsraum und formuliert ein ambitioniertes Ziel bis 2030: „Der Stadtverkehr trägt einen Anteil von 25 Prozent aller verkehrsbedingten CO 2 -Emissionen und ist für 69 Prozent aller Verkehrsunfälle verantwortlich. Ziel ist die schrittweise Verringerung von Fahrzeugen mit konventionellen Antrieben zur Reduzierung der Ölabhängigkeit, der Treibhausgasemissionen sowie der lokalen Luftverschmutzung und Lärmbelästigung. In größeren städtischen Zentren soll bis 2030 eine im Wesentlichen CO 2 -freie Stadtlogistik realisiert werden sowie eine Infrastruktur für das Beladen und Betanken von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.“ Wir stehen vor einer Zeitenwende. Ein „weiter so wie bisher“ wird es nicht geben. Mit Blick auf die Bedürfnisse der wachsenden Zahl von Stadtbewohnern, für die das Auto vielfach kein Statussymbol mehr ist, muss Mobilität neu gedacht werden. Es geht nicht länger nur um räumliche Fortbewegung, Verkehrsmittelnutzung und Fahrzeug-Features. Wer von der Zukunft der Mobilität spricht, meint „nachhaltige Mobilitätund ruft damit gleichzeitig Begriffe wie neue Energieinfrastrukturen und postfossile Mobilitätskonzepte auf den Plan. Neue Entwicklungen, wie die stärkere Verbreitung von Elektroantrieben und vernetzten Fahrzeugen, sowie ein verändertes Nutzerverhalten bieten jetzt schon die Möglichkeit, innovative Mobilitätskonzepte umzusetzen. Sie haben das Potenzial, Stau, Lärm und Verschmutzung im urbanen Raum zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. Wesentlicher Katalysator dieser Entwicklung ist die fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft. Sie eröffnet der Mobilität neue Perspektiven. Dies gilt nicht nur für Fahrzeuge und Infrastruktur, sondern im besonderen Maße für neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle rund um das Thema Mobilität: vernetzte Fahrzeugkommunikation, Car-Sharing-Modelle, intelligente Transportsysteme und -dienstleistungen, virtuelle Unternehmen gehören dazu. Smartphones & Co. tragen heute schon dazu bei, die Abhängigkeit vom privaten Pkw stark zu verringern. Das Smartphone wird immer mehr zum Mobilitätsmanager und ermöglicht eine On-demand-Mobilität, das heißt im Alltag

Clusterreport I Verkehr, Mobilität und Logistik – Ein starker Standort | 5 frei zu wählen, welches Verkehrsmittel für die jeweilige Situation das Beste ist. Umfangreiche Echtzeit-Daten-Analysen, Ortungs- und Informationssysteme bilden die technische Voraussetzung. Auch wenn in der öffentlichen Diskussion der Straßenverkehr im Fokus steht, ergeben sich für den Schienen-, den Luft- und den Schiffsverkehr aus der Digitalisierung ebenfalls neue Möglichkeiten, Effizienz, Sicherheit und Servicequalität zu erhöhen. Blick in die Zukunft: „Olli“ und „Watson“ testen das autonome Fahren in Schöneberg Einen Eindruck, wie die Zukunft des Verkehrs in Städten wie Berlin aussehen könnte, gewinnt man heute schon auf dem Schöneberger EUREF-Campus. Dort befördert ein elektrisch angetriebener fahrerloser Kleinbus na mens „Olli“ Mitarbeiter und Gäste über das Campusgelände. Dabei handelt es sich um einen Testbetrieb des US-Herstellers Local Motors mit Sitz in Phoenix, Arizona, und nun auch in Berlin. Mit dem Feldtest sammelt das Unternehmen seit Beginn des Jahres erste Erfahrungen der automatisierten urbanen Mobilität unter realitätsnahen, aber dennoch geschützten Bedingungen. „Olli lernt täglich dazu. Es ist wie ein Kind, dem man das Laufen beibringen muss“, erklärt Prof. Andreas Knie, Geschäftsführer des Innovationszentrums Mobilität und gesellschaftlicher Wandel (InnoZ), das zusammen mit der Deutschen Bahn und dem Land Berlin an dem Projekt beteiligt ist. Tatsächlich bekommt der Shuttle-Bus seine Fähigkeiten nicht einprogrammiert: Was ihn schlau macht, ist „Watson“, ein kognitives Computersystem von IBM. Mehr als 30 Sensoren am Fahrzeug liefern Olli Unmengen an Daten, die er auswertet und so ständig dazulernt. Er reagiert nicht nur auf seine Umgebung und lernt, andere Verkehrsteilnehmer zu erkennen, sondern auch auf seine Passagiere. So kann Olli dank Watson Fragen verstehen und darauf antworten. Er erklärt den Passagieren, wie das Fahrzeug funktioniert oder beantwortet auch Fragen wie: „Olli, kannst du mich ins Stadtzentrum fahren?“ „Wo gibt es hier die leckerste Pizza?“ oder „Sind wir bald da?“ Autonomer Elektro-Bus „Olli“ auf dem EUREF Gelände, © InnoZ Als sogenannter „People Mover“ soll der Kleinbus dazu beitragen, Lücken im ÖPNV-Netz zu schließen und die Erreichbarkeit und den Komfort für die Kunden deutlich zu erhöhen. Dahinter steht das übergeordnete Ziel, den individuellen Autoverkehr zu reduzieren und damit den Verkehr sicherer, sauberer und schneller zu machen. Aktuell erkennen immer mehr Kommunen und große Arbeitgeber den Vorteil autonomer Busse und machen diese zum Teil eines regionalen und betrieblichen Mobilitätsmanagements. Entsprechend umweltbewusst gestaltet sich auch die Produktion des Kleinbusses. Mindestens die Hälfte aller Bauteile entsteht im 3D-Drucker. Produziert wird in kleinen Fabriken und in kleinen Stückzahlen und immer bedarfsorientiert. In Berlin wird eine solche Microfactory mit einer eigenen Produktion aufgebaut. Von hier aus will Local Motors das Europageschäft entwickeln. Local Motors hat Berlin als einzigen europäischen Standort gewählt. Das hat mit den Rahmenbedingungen zu tun, die das Start-up in der Hauptstadt vorfindet. Für Unternehmen wie Local Motors ist es absolut notwendig, neue Technologien und Angebote im Bereich der intelligenten Mobilität auf ihre Alltagstauglichkeit und Akzeptanz zu testen. Nur so können diese zur Marktreife geführt werden. „Berlin als deutsches Gegenstück zum amerikanischen Silicon Valley bietet sich als Standort aufgrund der vorhandenen Testfelder für autonomes Fahren sowie des Marktbedarfs an multimodaler Mobilität an“, sagt Wolfgang Bern, Geschäftsführer von Local Motors Berlin. Tatsächlich ist die wachsende Hauptstadtmetropole, mit den typischen Herausforderungen an urbane Mobilität, schon heute ein großes Reallabor mit vielseitigen Anknüpfungspunkten zu Pilotvorhaben im Bereich einer zukunftsfähigen und intelligenten Mobilität. Das bestätigt auch Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO: „Keine andere Stadt hat so viele unterschiedliche Mobilitätsangebote. Gleichzeitig haben wir viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich Mobilität in der Stadt. Wir haben einen der weltweit besten ÖPNV, über 100 innovative Mobilitäts-Projekte und wir sind führend im Bereich Car- und Scooter-Sharing. Da ist eine enorm hohe Dichte an Innovationskraft und guten Ideen in der Stadt“.

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