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Berlin to go, Sonderausgabe Berliner Hoffest 2019

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Heidemarie Aagaard (l.)

Heidemarie Aagaard (l.) mit ihrer Kollegin Ewa Maaß (Foto links); rechts ein altes Familienfoto mit Vater Niels-Martin Aagaard und Frau Lucie, der Großmutter Gertrud und dem kleinen Detlef. alles war besser als bleiben. Wenn die Wände Ohren haben und man niemandem mehr trauen kann. Wenn die Angst der ständige Begleiter ist. Wenn plötzlich alles anders ist. Misstrauen! Überwachung! Stacheldraht! „Ich erfuhr im August 1962 von meiner in Hamburg lebenden Schwester, die ja als Westdeutsche rüber durfte, dass Vater anfangen wird zu graben“, erinnert sich Heidemarie Aagaard. Von da an war die Angst um ihre Familie im Osten ihr ständiger Begleiter: „Jedes Mal, wenn ich Schüsse hörte, zuckte ich zusammen“, erinnert sie sich. Die Willners waren mit Dr. Walter Müller befreundet, einem Zahnarzt, und seinem Sohn Hans-Georg. Er wurde als Verwandter vorgestellt, der regelmäßig als armer Student zum Essen kommen würde. Aber eigentlich kam er zum Graben. Um kein Aufsehen zu erregen und um Platz zu gewinnen, baute Niels-Martin zunächst eine Terrasse am Haus, die er mit Betonplatten fundamentierte. Das signalisierte einerseits, dass er zu bleiben vorhatte und sich scheinbar auf Dauer einrichtete. Andererseits wurde es dadurch einfacher, den unterirdischen Weg vom Haus weg zu bahnen. Zudem ließ sich ein Teil des Holzes zum Abstützen des Gangs unauffällig besorgen. Der Tunneleingang lag direkt unter der Terrassentür – hinter einem Tritt versteckt – vom Wohnzimmer aus. In fünfeinhalb Monaten entstand in einer Tiefe zwischen 2,5 und 3,3 Metern ein 46 Meter langer, etwa 60 Zentimeter breiter und 80 Zentimeter hoher Tunnel, den die Tunnelbauer mit allem verfügbaren Holz wie alten Fensterrahmen oder Dielen versteiften und mit einer Weihnachtsbaumkette beleuchteten. „Mein Vater war ein ganz taffer Mensch“, erinnert sich Heidemarie Aagaard. „Es ist schwer, einen Tunnel zu graben, mit einfachsten Mitteln, hauptsächlich mit den Händen oder einer Bratpfanne. Er war ein willensstarker Mensch: Alles, was er sich zum Ziel gesetzt hat, hat er erreicht.“ Ein großes Problem waren die riesigen Mengen an ausgegrabenem Sand – insgesamt rund 25 Kubikmeter. Es gab keinen Keller, also bekam das Haus in den Wohnräumen kurzerhand Zwischenwände und -decken, in denen der Sand verschwinden konnte. Sand wurde auch in Schubladen, Dachrinnen, Fernsehschränken und Badewannen, hinter Spiegeln, in Fahrradschläuchen und Kissen versteckt, jeder Hohlraum wurde ausgenutzt. Am 5. Oktober 1962 begannen die Arbeiten im Wohnzimmer der Familie Aagaard. Tagsüber wurde gegraben, nachts wurde der Sand versteckt. Am 8. März 1963 war der Durchbruch von Glienicke in den westlichen Berliner Bezirk Hermsdorf bis zur Veltheimstraße 9 geschafft. Die Flucht erfolgte in der Nacht auf den 10. März 1963: Insgesamt durchquerten 13 Personen den niedrigen Tunnel, die Großmutter Gertrud wurde auf einer Luftmatratze durch den 46 Meter langen Fluchtweg gezogen. „Dann begann das Warten vor dem Ausstieg, denn mein Vater wollte unbedingt, dass entweder ein West-Polizist oder ein Soldat der westlichen Alliierten anwesend sei, wenn Sie aus dem Tunnel herauskämen“, erinnert sich Heidemarie Aagaard. Schließlich wäre die Gefahr, dass die Grenzsoldaten schießen würden, dadurch geringer gewesen. Zwei Stunden harrten sie im Tunnel hintereinander sitzen aus. Martin Willner kroch allein aus dem Tunnel, um Hilfe zu holen, und kehrte mit Polizisten zurück. Alle 13 erreichten unversehrt West-Berlin. Heute tobt dort das normale Leben, wo einst Menschen so verzweifelt waren und keinen Ausweg sahen. Informationsstelen erinnern an der Ottostraße 7 an den Tunnel der Familie Aagaard. Fotos: © Privatbesitz D. Aagaard, © BStU MfS-HA / No. 4189, © Archäologiebüro ABD Dressler, Glienicke/Nordbahn, © Christiane Flechtner 16

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