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Berlin to go, Ausgabe 4.2017

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TITEL F(R)ISCH AUS DER

TITEL F(R)ISCH AUS DER STADT Text: Eva Scharmann Aquaponik verbindet Fischzucht und Pflanzenanbau – und bringt mehr Nachhaltigkeit und Frische in die Städte Rund die Hälfte des weltweit verspeisten Fisches wird mittlerweile in Aquakulturen produziert. Während die kontrollierte Aufzucht zwar vor Überfischung schützt, schafft sie neue Probleme wie beispielsweise die Verschmutzung großer Wassermengen. Hoffnungsträger für eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion ist die Aquaponik. Eine vielversprechende Lösung kommt aus Berlin: Nicolas Leschke, CEO von Ecofriendly Farmsystems (ECF), erläutert im Interview, wie die Symbiose von Fisch und Gemüse funktioniert und welche Vorteile die Lebensmittelproduktion mitten in der Stadt bietet. 18

Fotos: ECF Farmsystems GmbH AQUAKULTUR IST JEDEM EIN BEGRIFF. ABER WAS BEDEUTET AQUAPONIK? Nicolas Leschke: Das ist ein Kofferwort aus Aquakultur, also der Aufzucht von im Wasser lebenden Organismen – bei uns Süßwasserfische – und Hydroponik, dem Anbau von Gemüse, Obst oder Kräutern in einem Gewächshaus. Dort wachsen Pflanzen auf Substraten wie Blähton oder Kokosfasern und werden bewässert. In der Kombination von beidem geht es darum, in einem Kreislaufsystem symbiotisch Fisch und Gemüse anzubauen. Unser System ist wirtschaftlich und sehr ressourcenschonend. IHRE REFERENZFARM IN BERLIN-SCHÖNE- BERG FÜHRT DAS VOR? Genau. Unser Fokus liegt auf der Planung und dem Bau von aquaponischen Farm-Systemen. Durch unsere eigene Farm haben wir reichlich Expertise aufgebaut und können Interessenten „am lebenden Objekt“ die Vorteile des ECF-Systems demonstrieren. Doch die Farm ist längst mehr als ein Referenzobjekt: Wir produzieren hier auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern Fische und Gemüse. In 13 großen Tanks wachsen in acht Monaten Tausende Buntbarsche bis zur Schlachtreife heran – pro Jahr sind das bis zu 30 Tonnen Fisch. Seit vergangenem Jahr ist das aquaponisch angebaute „Hauptstadt-Basilikum“ aus der ECF Farm Berlin außerdem in allen REWE Märkten in Berlin und Brandenburg erhältlich. WAS GAB 2014 DENN DEN ANSTOSS, GE- MEINSAM MIT CHRISTIAN ECHTERNACHT ECF FARMSYSTEMS ZU GRÜNDEN? Gutes Essen und Nachhaltigkeit. Das Konzept Aquaponik hat mich sofort fasziniert, auch wenn die Pilotanlage damals noch nicht gut funktionierte. Aber das hat meinen Unternehmergeist wachgekitzelt. Und den Tüftler in mir. So sind aus einem Strategie-Coach und einem Agentur-Inhaber dann Aquaponik-Farmer geworden … WARUM HABEN SIE IHR UNTERNEHMEN UND DIE ERSTE AQUAPONIK-FARM AUSGE- RECHNET IN BERLIN GESTARTET? Berlin ist eine Stadt, in der es Inspiration und Räume gibt, um Neues zu wagen. Zu unseren Plänen passte das Gelände der ehemaligen Malzfabrik in Schöneberg perfekt: Aus dem denkmalgeschützten Areal ist ein Ort mit viel Kreativität, Kultur In großen Tanks werden die Buntbarsche herangezogen. und umweltbewusstem Denken geworden. Und wir wollten mit einer Farm mitten in der Stadt zeigen, dass eine nachhaltige Lebensmittelproduktion nah am Konsumenten funktioniert – mit kurzen Transportwegen und Kühlketten. Das sorgt für Frische und schont die Umwelt. GIBT ES WEITERE BEISPIELE FÜR NACHHAL- TIGKEIT? Wir versuchen, Lebensmittel mit maximaler Ressourceneffizienz herzustellen. In der Aquaponik produziert man mit dem gleichen Wasser Fisch und Pflanzen. Das reduziert den sogenannten „Wasserfußabdruck“ drastisch. Für die Produktion von Lebensmitteln werden in einer ECF-Aquaponikfarm 90 Prozent weniger Wasser verbraucht als in der konventionellen Landwirtschaft. Durch den Austausch von CO 2 -reicher Luft aus der Aquakultur in das Gewächshaus oder die Nutzung von Regenwasser aus Zisternen lässt sich die Ressourceneffizienz weiter steigern. Die Koppelung von Aquakultur und Hydroponik hat zudem wirtschaftliche Vorteile: Eine solche Anlage braucht weniger Frischwasser und Pflanzendünger. DIE FISCHE DÜNGEN DIE PFLANZEN? Ja. Über ihre Kiemen scheiden die Fische Ammonium aus. In einem speziellen Filter der Aquakultur wird das im Wasser gelöste Ammonium in Nitrat umgewandelt und kann in der Hydroponik einen großen Teil des üblicherweise benötigten Düngers ersetzen. WO GIBT ES WEITERE NACH DEM ECF- SYSTEM GEBAUTE AQUAPONIK-FARMEN? In Deutschland, der Schweiz und in Belgien. Zuletzt haben wir im Auftrag eines Unternehmens im Herzen von Brüssel auf einem Dach eine 2400 Quadratmeter große Aquaponik-Farm gebaut. 19

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