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Berlin to go, Ausgabe 4.2017

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DISKURS DIGITALE DOPPEL-

DISKURS DIGITALE DOPPEL- GÄNGER Text: Eva Scharmann Foto: botspot Berlin ist ein Hotspot der 3D-Branche – die Hightech-Manufaktur botspot liefert blitzschnell hochpräzise 3D-Scans Fast jeder kennt die kleinen Klone aus Gipspolymer inzwischen – detaillierte, dreidimensionale Menschen- oder Tierfiguren, die mittels 3D-Druck entstehen. Die Daten, mit denen der Drucker gefüttert wird, liefert ein 3D-Scanner. Dabei kann die sogenannte Photogrammetrie noch viel mehr: 3D-Scans revolutionieren Automotive, Bekleidungsindustrie oder Medizintechnik. Das Berliner Unternehmen botspot hat im 3D-Bereich Pionierarbeit geleistet und sich zum Innovationsführer im Bereich industrieller Photogrammetrie entwickelt. Eine Erfolgsgeschichte, die so nur in Berlin möglich ist, meint Firmengründer Thomas Strenger. Er ist schneller als ein Wimpernschlag: Der 3D-Scanner „OptaOne“ des jungen Unternehmens botspot scannt Menschen, Tiere oder Objekte in weniger als 0,01 Sekunden. Das Ergebnis sind hochpräzise 3D-Daten mit einer Detailgenauigkeit von bis zu 0,1 Millimetern, die haarfeine Strukturen erfasst. „Wir scannen am schnellsten und liefern gleichzeitig die beste Qualität“, sagt Firmengründer Thomas Strenger stolz. Andere Ganzkörper-3D-Scanner bräuchten teilweise bis zu 20 Sekunden für die Erstellung von digitalen Doubles – „versuchen Sie mal, ein Lächeln so lange zu halten oder ein Haustier zum Stillhalten zu bewegen“, sagt der Chief Communication Officer von botspot. Doch die eigentliche Weltneuheit des OptaOne sind schwenkbare hochempfindliche Kameras. Üblich sind bisher starre Kameraaugen. Das macht das patentierte Gerät zum Alleskönner: „Unser neues Serienmodell kann sich auf verschiedene Objektgrößen einstellen und liefert von der Pfeffermühle bis zum Zwei-Meter- Kerl hochpräzise Ergebnisse“, berichtet Strenger. Die Scanner von botspot arbeiten dabei nach dem Photogrammetrie-Verfahren, das ursprünglich vor allem in der Geländevermessung eingesetzt wurde. Kameras nehmen vom zu scannenden Objekt in Millisekunden Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven auf. Damit werden alle Details erfasst. Eine spezielle Software durchsucht anschließend die Aufnahmen nach sogenannten Trackingpunkten und berechnet mit einem eigens entwickelten Algorithmus aus der Punktewolke anschließend das 3D-Modell. 14

Gründer Thomas Strenger mit eigener Figur im 3D-Scanner Echter Pioniergeist prägte botspot von Beginn an. Thomas Strenger und Manfred Ostermeier waren beide als Wissenschaftsredakteure fürs Fernsehen tätig, als sie ab 2009 begannen, sich für das Thema 3D-Druck zu begeistern. „Wir stellten schnell fest: Da gibt es in Deutschland noch nichts Entsprechendes“, erinnert sich Strenger. Also wurden die beiden selber aktiv. Erst im Bereich 3D-Druck, dann im 3D-Scan. Denn: „Ein 3D-Druck kann immer nur so gut sein wie der zuvor angefertigte Scan“, sagt Thomas Strenger. Im Juni 2013 gründeten Ostermeier und Strenger mit eigenem Kapital die botspot GmbH. Mit dem Serienmodell eines Ganzkörper-3D-Scanners lieferte das Tech-Startup direkt eine Weltneuheit ab – die auf großes Interesse stieß: „Bei unserem ersten Auftritt auf der 3D-Messe in Erfurt im Jahr 2014 hatten wir zehn Minuten nach Messeeröffnung schon den ersten 3D-Scanner verkauft“, erinnert sich Thomas Strenger. Dreidimensionale Scans bieten eine breite Palette von Anwendungsmöglichkeiten: Neben dem 3D-Druck lassen sich die per 3D-Scan gewonnenen Daten auch für Virtual Reality oder Augmented Reality nutzen. „Die Bekleidungsindustrie ist beispielsweise sehr interessiert an dem Einsatz von Avataren. Schließlich könnte man Millionenbeträge für Retouren einsparen, wenn die Kunden zuvor die Kleidung online an ihrem eigenen Avatar anprobiert hätten“, erzählt der 52-Jährige. Getreu dem Firmenmotto „We 3D the World“ hat botspot mittlerweile überall auf dem Globus Kunden – so wurde der größte 3D-Scanner der Welt mit 200 Sensoren nach Indonesien verkauft. Dort nutzt ihn ein vermögender Geschäftsmann, um von den Helden des Landes Statuen anfertigen zu lassen. Neben den aktuell vier verschiedenen Serienmodellen mit Komplettlösungen aus Hard- und Software entwickelt das Unternehmen auch hochkomplexe Individuallösungen, beispielsweise für die Medizintechnik: „In einem Forschungsprojekt mit dem Prothesenhersteller Otto Bock haben wir einen „Ein 3D-Druck kann immer nur so gut sein, wie der zuvor angefertigte Scan“ Prothesenscanner entwickelt, der jetzt auch gebaut wird“, erzählt Thomas Strenger und nennt das Resultat „eine kleine Revolution“: Statt wie bisher einen Gipsabdruck zu machen, könne man das betreffende Körperteil blitzschnell scannen und die Daten von überall auf der Welt an den Prothesenhersteller in Deutschland senden, der dann eine passgenaue Prothese anfertige. 15

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