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Berlin to go, Ausgabe 4.2016

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COFFEE TO GO AUF EINEN

COFFEE TO GO AUF EINEN COFFEE TO GO … Annabell Dörksen trifft Olivier Reppert, CEO von car2go Ob Auto, Werkzeug oder Wohnung – Sharing ist ein Trend, der sich gerade in wachsenden Großstädten immer größerer Beliebtheit erfreut. Der Daimler-Konzern gehört mit seiner Tochter car2go zu den erfolgreichsten Carsharing-Anbietern in Deutschland. Im Interview mit Berlin to go spricht der neue CEO, Olivier Reppert, über den Wandel der Mobilität, seine Ziele für das Unternehmen und die aktuelle Einführung von Premium-Fahrzeugen. Herr Reppert, haben Sie eigentlich einen Dienstwagen oder sharen Sie? Olivier Reppert: Beides, ich habe einen Dienstwagen und teile diesen mit meinem Team. Außerdem bin ich oft in anderen Städten unterwegs, und da nutze ich car2go. Berlin ist mit über 140.000 Nutzern der erfolgreichste Standort Ihres Unternehmens – warum passen car2go und Berlin so gut zusammen? Reppert: Berlin ist ein idealer Standort für Carsharing. Die Menschen sind offen, begeisterungsfähig und haben Spaß daran, neue Konzepte und Technologien auszuprobieren. Seit Oktober sind Sie CEO von car2go. Vorab haben Sie das weltweite Marketing von smart verantwortet – was reizt Sie besonders an Ihrer neuen Aufgabe? Reppert: Der smart ist für mich das perfekte Stadtauto. Bisher habe ich also ein spannendes Produkt der urbanen Mobilität begleitet, und nun verantworte ich bei car2go den Einsatz dieses Produktes in einer zukunftsorientierten Weise. Aus meiner Sicht legen wir gerade den Grundstein für eine völlig neue Form der Mobilität. Sie haben aber mittlerweile nicht nur smarts, sondern auch Mercedes-Modelle wie die A-Klasse, den CLA oder den GLA im Angebot. Wieso? Reppert: Unsere Kunden haben sich die Einführung von Premium-Modellen gewünscht. Gerade bei längeren Fahrten oder Transporten werden die größeren und komfortablen Fahrzeuge gerne genutzt. Sie sind eine sehr gute Ergänzung zum smart und wir sind stolz darauf, nun auch Mercedes-Fahrzeuge anbieten zu können. Innerhalb eines Jahres ist Ihre Kundenzahl um 43 Prozent gestiegen. Aber auch die Konkurrenz entwickelt sich gut. Wie möchten Sie sich im stark umkämpften Carsharing-Markt durchsetzen? Reppert: Für den Kunden zählt vor allem eines: eine hohe Verfügbarkeit an Fahrzeugen, um von A nach B zu kommen. Ist dies gegeben, steigt auch zunehmend die Bereitschaft, auf Carsharing umzusteigen. Der Anbieter ist dann erst die zweite Frage. Für uns ist das Wachstum der Branche daher kein reines Foto Gespräch: goenz.com 26 BERLIN TO GO

COFFEE TO GO Fotos: car2go; Hintergrund: iStock / Chalabala Thema der Konkurrenz, sondern vor allem ein Fortschritt in der Akzeptanz für das Carsharing insgesamt. Simpel ausgedrückt: Je stärker das Sharing-Geschäft, umso weniger Autoverkäufe – ist das kein Widerspruch im Daimler-Konzern? Reppert: Bei einer Erhebung haben wir festgestellt, dass Nutzer von Sharing-Angeboten vor allem Zweitwagen und alte Autos verkaufen. Bei Premium-Fahrzeugen geht es den Menschen weiterhin darum, sie selbst zu besitzen und sich dadurch etwas zu gönnen. Oft ergänzt sich das auch. Im Stadtverkehr wird das Sharing-Auto genutzt, beim Wochenendausflug das eigene. Ihre Marktstarts in Spanien und China waren wichtige Treiber beim Wachstum des Unternehmens – wie sehen Ihre nächsten internationalen Schritte aus? Reppert: Ja, in Madrid sind wir beispielsweise sehr erfolgreich gestartet. Dort werden die Autos im Schnitt 15 Mal pro Tag genutzt – in Deutschland liegen wir zum Vergleich bei sechs bis acht Mieten pro Tag. Der Bedarf im asiatischen Markt ist zudem unglaublich hoch. Hier sehen wir gerade großes Wachstumspotenzial. Und was braucht der Carsharing-Kunde der Zukunft? Wird es eines Tages nur noch elektrische Autos zum Teilen geben? Reppert: In Städten wird sich Elektromobilität auf jeden Fall durchsetzen. Sie bietet einfach sehr viele Vorteile für urbane Räume, wie die Reduktion von Lärm und CO2. Und nicht zu vergessen: Das elektrische Fahren macht zudem unglaublich viel Spaß. In Stuttgart, Amsterdam und Madrid betreiben wir bereits eine rein elektrische Flotte. Weitere Städte sollen folgen. Allerdings sind wir stark von der Infrastruktur abhängig. Hier haben einige Städte noch Nachholbedarf. Nur wenn genügend Ladesäulen vorhanden sind, ist eine elektrische Free- Floating-Flotte möglich und sinnvoll. Vielen Dank für das Gespräch, Herr Reppert. car2go – Facts: • Über 2 Millionen Kunden weltweit, davon über 550.000 in Deutschland • 30 Standorte: 15 in Europa, 14 in Nordamerika und einer in China • Rund 14.000 Fahrzeuge sind weltweit im Einsatz, darunter über 1.300 Elektrofahrzeuge • Alle 1,5 Sekunden wird weltweit ein car2go-Fahrzeug genutzt BERLIN TO GO 27

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