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Berlin to go, Ausgabe 4.2016

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LOCATION GREEN MOABIT

LOCATION GREEN MOABIT – DAS SMARTE STADTQUARTIER MITTEN IN BERLIN Das größte innerstädtische Gewerbegebiet Berlins und Wohnviertel Moabit West stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels Ein Stadtquartier wird smart: Das dicht bebaute Quartier aus Wohnbauten und innerstädtischen Gewerbe- und Industriegebieten rund ums westliche Ende der Turmstraße wird zum „Smart Sustainable District“. Einfach gesagt geht es darum, dass man diesen Teil der Stadt nicht neu bauen kann, um ihn klimaneutral zu gestalten und auf den Klimawandel einzustellen, sondern dass man sich den Bestand und vorhandene Infrastrukturen vornehmen muss. Im Falle von Moabit West hat man es mit dem größten innerstädtischen Industrie- und Gewerbegebiet Berlins zu tun, das zudem Wohnquartier ist. Hier treffen Gründerzeithäuser auf 1960er-Jahre-Blöcke, hier gibt es Parkplatzmangel und aufgrund der Industrieansiedlungen jede Menge Pendler und Lkw-Verkehr. Um in diesem Quartier zukunftsgerichtete, nachhaltige Maßnahmen umzusetzen, bedurfte es eines besonderen Ansatzes der Förderung, der die Ausgangsbedingungen berücksichtigt. Da Moabit West zu den Fördergebieten von Stadtumbau-West gehört, erarbeiteten eine Gruppe aus Stadtplanern, Verwaltungs- und Kommunikationsfachleuten zusammen mit Spezialisten für Kreislaufwirtschaft, Energie, Wasser und Verkehr von 2011 bis 2014 das Stadtteilentwicklungskonzept (StEK) Green Moabit. Koordiniert und gesteuert wurde das Projektkonsortium für Green Moabit von SUSTAINUM. Erstmals wurden hier in einem Bestandsgebiet gewerblich-industrieller Prägung die Potenziale für nachhaltigen Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel untersucht. Das Besondere war, dass sowohl die vorhandenen Gebäude als auch die bestehende Infrastruktur betrachtet wurden und für beides Konzepte und Umsetzungsstrategien entwickelt werden mussten. Aufgrund des umfangreichen Maßnahmenkataloges und der aktiv agierenden Netzwerke aus Bürger- und Unternehmer- initiativen ist Moabit West zu einem Fallbeispiel für „Smart Sustainable District“ ernannt worden. Das Projekt „Smart Sustainable District“ (SSD) ist ein europäisches Forschungsprojekt, das durch die größte europäische Innovationsinitiative für klimafreundliche Technologien „Climate-KIC“ gefördert wird. Unter der Leitung des Fachgebietes für Stadtplanung und nachhaltige Stadtentwicklung CHORA Conscious City der TU Berlin (Prof. Raoul Bunschoten) wurden seit Mitte 2014 bereits mehrere lokale Partner aus dem Bezirk Mitte, dem Unternehmensnetzwerk, dem Quartiersmanagement sowie aus den städtischen Ver- und Entsorgern gewonnen und Möglichkeiten zur Umsetzung integrierter Quartierslösungen in Moabit West ausgelotet. Seit Mai 2016 werden konkrete Umsetzungsprojekte – koordiniert von der Stadtplanerin Nadine Kuhla von Bergmann – in den Bereichen Energie- und Wärmeeffizienz, nachhaltiges Wassermanagement und CO2-neutrale Mobilität erarbeitet. Dazu zählen etwa Baumpflanzungen als Wasserspeicher für den öffentlichen Straßenraum bzw. zum Schutz vor Überflutungen und eine partizipative Kartierungsplattform, um Bedürfnisse für flexible Fahrradmietstationen zu identifizieren. Weiterhin werden durch detaillierte Analysen der Energieverbräuche einzelner Industriepartner vor Ort konkrete Handlungsempfehlungen zu Reduktion von Energieverbräuchen und Kosten erarbeitet. Im Rahmen von SDD kommen auch neuartige Prozesse und Instrumente der Stadtplanung zum Einsatz, darunter ein „Smart Citizen Network Board“ (SCNB) als zentrale Kommunikationsund Anlaufplattform sowie der „District Data Atlas“ (DDA) als digitaler Infokatalog. at Aktuelle Termine und Projekte unter www.ssd-moabit.org Foto: CHORA Conscious City 24 BERLIN TO GO

LOCATION Beispiele für die wichtigsten Handlungsfelder sowie neue Prozesse und Instrumente, die bei der Planung von Green Moabit genutzt werden Foto: Fahrrad: nextbike GmbH; SCNB: CHORA Conscious City; Regenwassermanagement: Ingenieurgesellschaft Sieker Energieeffizienz in ansässigen Unternehmen Zu den zentralen Zielen von „Green Moabit“ zählt auch, die Energieeffizienz deutlich zu steigern. Das Gewerbe hat an den CO2-Emissionen im Quartier mit etwa 82 % (ohne Verkehr) den größten Anteil. Davon entfallen 62 % auf den Strom- und 20 % auf den Wärmebedarf, wobei der Strombedarf im Gewerbe fast zwei Drittel der CO2-Emissionen verursacht. Erfolgreich hat bereits das Logistikunternehmen Albert Craiss seinen Energieverbrauch gesenkt. Vor einigen Jahren gingen noch vier Fünftel des gesamten Energieverbrauchs in Moabit auf das Konto der Lagerbeleuchtung. Durch energiesparende Leuchtmittel und die Installation von Bewegungsmeldern und Tageslichtsensoren wurde der Stromverbrauch nun um über 80 % gesenkt – das sind genau 45.000 Kilowattstunden Strom. CO 2 -neutrale Mobilität Die Entwicklung innovativer Fortbewegungskonzepte für Pendler, Betriebe und Anwohner umfasst die verstärkte Nutzung von Elektromobilität, die Implementierung eines erweiterten Bikesharing-Systems und autonom fahrende Shuttlebusse. Das Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin unterstützt das Projekt durch aktuelle Datenerhebungen, die Simulation vor Szenarien sowie in der Akquise der Partner für Umsetzungsprojekte. Europäischer Forschungspartner ist das Imperial College London (ICL). District Data Atlas (DDA) Im DDA, einer digitalen Informationsplattform, werden alle relevanten Daten zu laufenden und geplanten Projekten, Beteiligten, Potenzialen und Herausforderungen gesammelt und visualisiert. Er unterstützt alle involvierten Akteure bei der gemeinsamen Entscheidungsfindung, ermöglicht einen transparenten Prozess und beflügelt die integrierte Stadtentwicklung. Entwicklungspartner des DDA sind die TU München, das Berliner Unternehmen virtualcitySYSTEMS sowie das Fachgebiet CHORA Conscious City. Nachhaltiges Regenwassermanagement Ein nachhaltiges Regenwassermanagement in Moabit West bietet die Möglichkeit, bestehende Problematiken wie die Überlastung von Mischwasserkanälen, Überschwemmungen bei Starkregen und die Bildung von städtischen Hitzeinseln zu reduzieren. Ziel ist es, die Entwässerung mit intelligenten Lösungen an die zukünftigen Herausforderungen wie Klimawandel, erhöhte Umweltanforderungen, Zunahme der Bevölkerung anzupassen und die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern. Die Berliner Wasserbetriebe sowie die Ingenieurgesellschaft Sieker unterstützen das Projekt in der Erarbeitung prototypischer Lösungen und den Abstimmungen mit der Berliner Verwaltung. Europäischer Partner ist das niederländische Institut Deltares. Smart Citizen Network Board (SCNB) Das SCNB ist eine zentrale Kommunikations- und Anlaufstelle, die für eine bessere Koordination laufender Aktivitäten zwischen den verschiedenen Akteuren im Quartier und auf Stadtverwaltungsebene sorgt. BERLIN TO GO 25

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