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Berlin to go, Ausgabe 4.2016

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SERVICE WARUM WIR DIE

SERVICE WARUM WIR DIE ENERGIEWENDE Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende der GASAG AG, verrät im Interview ihre persönliche Die GASAG ist eines jener Traditionsunternehmen, die Berlins Stadtgeschichte seit den Anfangstagen ihrer Moderne mitgeschrieben haben. Als bundesweit tätiger Energiedienstleister setzt sich die Aktiengesellschaft intensiv mit innovativen Technologien auseinander – ein Schlüssel zur Erreichung der Berliner Klimaziele bis 2050. Berlin to go hat nachgefragt. Vera Gäde-Butzlaff ist Vorstandsvorsitzende der GASAG AG. Welche Aufgaben gehören zu den Geschäftsbereichen der GASAG? Vera Gäde-Butzlaff (VGB): Die Zeiten als die GASAG-Gruppe sich ausschließlich auf die Gas- und Wärmeversorgung konzentriert hat, sind längst vorbei. Der Energiemarkt wandelt sich ständig, und auch die Energiewende stellt uns vor neue Herausforderungen. Die GASAG hat sich frühzeitig darauf eingestellt und ist mittlerweile ein innovativer Energiedienstleister mit einer breiten Produktpalette – dazu zählen z. B. Ökostromangebote, das virtuelle Kraftwerk EcoPool, Energielösungen für ganze Quartiere und ganzheitliche Energieberatungen sowie Windstrom. In den Städten wird die Energiewende alles grüner, dezentraler und smarter machen. Darauf stellen wir uns auch unternehmerisch ein. Für Contracting ist die GASAG einer der Marktführer in Berlin. Unsere Unternehmensstrategie spiegelt sich auch in unserer neuen Kampagne mit dem Claim „Neu denken. Mit voller Energie.“ wieder. Das müssen wir leben. Die GASAG-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, ihren eigenen Energieverbrauch bis 2020 im Vergleich zu 2014/2015 zu halbieren. Wie wollen Sie das angehen? VGB: Man kann nicht nur seinen Kunden CO2-Minderung und energetische Effizienzlösungen anbieten, sondern muss im eigenen Haus damit anfangen. In unseren Liegenschaften werden wir den Energieverbrauch u. a. durch die Optimierung der Beschaffungsstrategie für Energie, Produkte und Dienstleistungen, das Verbrauchsverhalten der Mitarbeiter sowie der Einführung eines gruppenweiten Energiemanagementsystems erreichen. Wie unterstützen Sie Berlin auf seinem Weg zur klimaneutralen Stadt 2050? VGB: Als Berliner Unternehmen und ganz besonders als Energiedienstleister nehmen wir das Thema Klimaschutz sehr ernst. Daher haben wir mit der „Klimaschutzvereinbarung 2011–2020 Berlin verpflichtet“ inzwischen bereits die vierte Vereinbarung zum Klimaschutz mit dem Land Berlin geschlossen. Das Ziel der GASAG-Gruppe lautet: 2 Millionen Tonnen CO2-Einsparung gegenüber 1998, dem Jahr des ersten Kooperationsvertrages – und das bis 2020. Wo liegt der Fokus Ihrer Aktivitäten? VGB: Im Zentrum steht sicherlich noch die Steigerung der Energieeffizienz, u. a. durch Heizungsmodernisierung und den Ausbau erneuerbarer Energien. Beide Bereiche besitzen das größte Potenzial zur CO2-Reduzierung. Deshalb fördern wir Heizungsmodernisierungen und Modellprojekte für erneuerbare Energien und Effizienztechnologien wie BHKW-Anlagen oder den Einsatz von Photovoltaik und Windkraft. In diesem Jahr haben wir zudem einen neuen Windpark südlich von Berlin in Betrieb genommen. Und das ist erst der Anfang. Wir stehen derzeit in intensiven Verhandlungen für ein Joint Venture mit einem großen Wind-Projektentwickler. Damit können wir unsere ökologische Stromerzeugung weiter ausbauen. Wie arbeitet die GASAG dafür im Cluster mit Berlin Partner und anderen Partnern zusammen? Foto: GASAG AG 22 BERLIN TO GO

SERVICE NEU DENKEN MÜSSEN Klimaagenda und was alte Heizsysteme mit der Energiewende zu tun haben VGB: Die Arbeit in Netzwerken wie im Cluster Energietechnik mit Berlin Partner ist für uns enorm wichtig. Ein für uns elementarer Baustein der Energiewende ist der Ausbau einer dezentralen Energieversorgung. Die kann nur in einem Netzwerk mit der Berliner Wirtschaft gelingen. Deshalb sind wir auch Mitinitiator der Initiative für die Wärmewende, in der Kammern, wichtige Verbände, die Wohnungswirtschaft, Innungen, Architekten und andere Akteure zusammenarbeiten. Auch im Berliner NetzwerkE, das sich als Teil der Smart-City-Strategie des Landes Berlin versteht, sind wir Partner. Und wir fördern die von der Berliner Energieagentur eingerichtete Berliner Informationsstelle Klimaschutz (BIK), die unter anderem zum Ziel hat, den Austausch von Fachwissen zu fördern, Ansprechpartner zu vermitteln und Klimaschutzprojekte vorzustellen. Gibt es aktuelle Projekte, die man im diesem Kontext beispielhaft erwähnen könnte? VGB: Ganz neu ist das InfraLabBerlin, das wir gemeinsam mit anderen Berliner Infrastrukturunternehmen auf dem EUREF-Campus gegründet haben. Das InfraLab ist ein Denkund Arbeitsraum, ein Ort für Experimente, Austausch und kreative Ideen. Hier wollen wir gemeinsam Ideen, Technologien und Dienstleistungen für eine nachhaltige Stadt entwickeln. Auch hier ist Smart City ein wichtiger Stichpunkt; wir wollen gemeinsame Projekte in enger Zusammenarbeit mit Politik, Industrie und Wissenschaft umsetzen. Persönlich gefragt: Mit welcher Energie-Agenda sind Sie bei der GASAG angetreten, und wie sehen Sie Berlins Entwicklung unter dieser Maßgabe? VGB: Für mich war immer klar, dass die urbane Energiewende eine Wärmewende sein muss. Vom Land Berlin erhoffen wir uns deshalb eine konsequente Erschließung des Wärmemarktes. Über die Hälfte des Energieverbrauchs findet in Berlin in der Wärme statt, und wir haben immer noch 21 Prozent Ölheizungen. Wir müssen mit kostengünstigen, technologieoffenen Lösungen endlich ran an veraltete Heizsysteme im privaten und öffentlichen Bereich! Konzepte gibt es inzwischen genug. Als Angebot an die Politik haben sieben Partner der Berliner Wirtschaft – darunter auch die GASAG – die „Initiative für die Wärmewende“ gegründet. Sanierungsfahrpläne sind ein zentrales Instrument. Setzt man gezielt bei den finanziellen Möglichkeiten und der Lebenssituation von Eigentümern und Mietern an, könnten bis 2050 die CO2-Emissionen allein bei Wohngebäuden massiv gesenkt werden. Herzlichen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei Ihren Vorhaben! ih Foto: GASAG AG / Frank Peters Mit welchen Partnern und anderen Akteuren wird die Energiewende von Ihnen angestrebt? VGB: Wir haben viele Projekte, die wir mit Partnern umsetzen, z. B. im energetischen Quartiersmanagement. Nur ein Beispiel: Seit vergangenem Jahr können Mieter der Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gewobag sogenannten „Quartier-Strom“ von der GASAG beziehen. Dieser entsteht im Keller der Gewobag-Wohnanlage in Tegel-Süd. Dort betreibt die GASAG Contracting sechs hocheffiziente BHKW. Das kommt allen zugute. Die Mieter profitieren von einer deutlichen Kosteneinsparung, und es werden jährlich ca. 300 Tonnen CO2 eingespart. Seit fast 170 Jahren ein Teil von Berlin: die GASAG, heute ein überregionaler Energiedienstleister. BERLIN TO GO 23

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