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Berlin to go, Ausgabe 4.2016

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DISKURS EIN STABILES

DISKURS EIN STABILES NETZ Rückgrat eines sicheren Energiesystems – 50Hertz betreibt und baut „Stromautobahnen“ Der Strom fließt in Deutschland zuverlässig. 2015 lag die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je Endverbraucher bei 12,7 Minuten. Stromnetze transportieren die elektrische Energie durchs Land. Verantwortlich für den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau von Höchstspannungsleitungen sind Übertragungsnetzbetreiber wie 50Hertz. Das Unternehmen stellt in Berlin und Hamburg sowie im gesamten Osten Deutschlands die Stromversorgung für rund 18 Millionen Menschen sicher und sorgt für ein stabiles Netz. Die Energiewende bringt neue Herausforderungen – denen sich 50Hertz mit großen Netzausbauprojekten, einer optimierten Systemführung und dem nachhaltig gebauten Firmensitz mitten in Berlin stellt. Die Büroräume von 50Hertz: viel Licht und nachhaltige Materialien. Das neue Gebäude am Berliner Hauptbahnhof ist eine architektonische Attraktion: Weiße, zickzackartige Verstrebungen und große Glasflächen lassen die Unternehmens zentrale der 50Hertz Transmission GmbH transparent und modern wirken. Der Umzug im September 2016 verschaffte dem Übertragungsnetzbetreiber, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9,8 Milliarden Euro erwirtschaftete, dringend benötigten Platz: 2015 wurden 100 neue Mitarbeiter eingestellt, der alte Firmensitz in Treptow platzte aus allen Nähten. Das neue dreizehngeschossige Gebäude nach Plänen des Architekturbüros „Love architecture“ aus Graz bietet nun Arbeitsplätze für rund 650 Beschäftigte und ein Konferenzzentrum mit 300 Plätzen. des Unternehmens in Sachen Nachhaltigkeit ist am und im Gebäude sichtbar: Auf dem Dach stehen eine Photovoltaik- und eine Windkraftanlage. Zum Raumklimakonzept gehören thermisch aktive Betondecken, und die verwendeten Materialien erfüllen die höchste Ökologie- Qualitätsstufe der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Für diese und andere Nachhaltigkeitsaspekte gab es das DGNB-Zertifikat in Gold. 50,01 – 50,02 – 50,00. Die roten Ziffern auf der großen Digitalanzeige im Eingangsbereich der Unternehmenszentrale verändern sich unablässig. Sie bilden live ab, wie das Unternehmen gemeinsam mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland (s. Kasten S. 17) rund um die Uhr für eine Netzfrequenz von 50 Hertz sorgt – zusammen mit der Spannungsregelung unverzichtbar für ein stabiles Elektrizitätssystem. Durch die zunehmende Einspeisung sogenannter volatiler Energien aus Wind und Sonne, die je nach Tageszeit und Wetter unterschiedlich Energie liefern und nicht einfach planbar sind, wird die Systemführung komplexer. „Wir sichern die Netzintegration von rund 40 Prozent der in Deutschland installierten Windkraftleistung, indem wir den Strom in unsere Netze aufnehmen und in die Verbrauchszentren weiterleiten“, berichtet Boris Schucht. Werden große Mengen Energie eingespeist – beispielsweise wenn ein Sturm die Windräder im Norden auf Hochtouren laufen lässt – drohen Netzüberlastungen. Um kritische Netzelemente zu entlasten, führen die Netzbetreiber zunächst Schaltmaßnahmen durch. Reicht das nicht aus, folgt das „Redispatch“: Vor dem Das neue Netzquartier in der Mitte Berlins. Das Haus in der Heidestraße ist ein Signal für eine nachhaltige Zukunft: „Im Netzgebiet von 50Hertz stehen mehr Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien als konventionelle Kraftwerke. Über 49 Prozent des zwischen Ostsee und Thüringer Wald verbrauchten Stroms werden von Windkraft-, Photovoltaik- und Biomasse-Anlagen erzeugt. Das ist weltweit ein Spitzenwert“, sagt Boris Schucht, CEO von 50Hertz. Das Engagement 16 BERLIN TO GO

DISKURS Engpass liegende konventionelle Kraftwerke müssen die Einspeisung drosseln, während Anlagen jenseits des „Flaschenhalses“ mehr einspeisen müssen. Im vergangenen Jahr musste 50Hertz diese Maßnahme fast täglich ergreifen, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden. „Die steigenden Redispatchmaßnahmen und -kosten zeigen, dass ein zügiger Ausbau der Übertragungsnetze die Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende ist“, sagt 50Hertz-Chef Schucht. Mehr Redispatch führt zu höheren Netzentgelten: 2017 wird 50Hertz die Netzentgelte im Nordosten Deutschlands erneut erhöhen müssen – um voraussichtlich 42 Prozent im Durchschnitt. Ein Faktor, der dort die Strompreise in die Höhe treibt. Um Netzüberlastungen und entsprechende Folgekosten zu vermeiden, investiert das Unternehmen Millionensummen in Instandhaltungs- und Erweiterungsmaßnahmen, zum Beispiel an Umspannwerken, und treibt den Netzausbau bei den „Stromautobahnen“, Höchstspannungsleitungen von 220 oder 380 Kilovolt (kV), voran. In Berlin und Brandenburg geschieht das aktuell mit dem „380-kV- Nordring“: Die Trasse, die 2017 in Betrieb genommen werden soll, reicht mit 80 Kilometer Länge von Wustermark bis Neuenhagen und soll die Übertragungsfähigkeit der Freileitung von 220 kV auf 380kV deutlich erhöhen. Ein großes Netzausbauprojekt, das den Stromtransport zwischen Nord- und Süddeutschland in mehreren Schritten verbessert, ist die „Südwestkuppelleitung“ – bisher kann der im Norden und Osten Deutschlands erzeugte Strom nicht im erforderlichen Umfang in den Süden und Westen abtransportiert werden. Kontrollfahrt durch einen unterirdischen Kabeltunnel. Die Anforderungen an 50Hertz als Transportnetzeigentümer und Systemführer verändern sich nicht nur durch die Energiewende und das EU-Ziel, einen grenzüberschreitenden europäischen Energiebinnenmarkt zu schaffen: Auch die Digitalisierung verändert den Strommarkt. Konzepte für ein Internet der Energie will das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt WindNODE entwickeln. Unter der Koordination von 50Hertz arbeiten über 70 Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft unter anderem an einer digitalen Plattform, auf der Stromkunden und Kleinerzeuger aktiv für ein stabiles Netz sorgen und die Energiewende mitgestalten können. CEO Boris Schucht hofft bei dem Projekt auf viele spannende Vernetzungen, die dann im gläsernen Neubau mitten in Berlin weiter wachsen und gedeihen sollen: „Wir verstehen uns als transparentes Unternehmen, das auf Kooperation und Kommunikation mit allen Beteiligten setzt – nur so lässt sich auch in Zukunft ein stabiles Energiesystem garantieren.“ es Alle Fotos: 50Hertz; Gebäude und Konferenzraum: Fotograf: HG Esch Über 50Hertz: 2002 wurde der Netzbetreiber als Vattenfall Europe Transmission von Vattenfall gegründet. Seit dem Verkauf im Jahr 2010 an die in Belgien börsennotierte Elia Group und den Infrastrukturfonds Industry Funds Management (IFM) trägt das Unternehmen den Namen „50Hertz“. In Deutschland gibt es neben 50Hertz drei weitere Übertragungsnetzbetreiber: TenneT TSO, Amprion und TransnetBW. 50Hertz sichert mit 955 Mitarbeitern in der Unternehmenszentrale in Berlin und an weiteren Standorten die Stromversorgung für die deutsche Hauptstadt, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Da die Übertragungsnetze als natürliche Monopole gelten, unterliegen deren Betreiber der Aufsicht und Regulierung durch die Bundesnetzagentur. www.50hertz.com BERLIN TO GO 17

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