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Berlin to go, Ausgabe 3.2018

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COFFEEBREAK COFFEE­

COFFEEBREAK COFFEE­ BREAK Lukas Breitenbach im Gespräch mit Staatsministerin Monika Grütters, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien FRAU STAATSMINISTERIN, WAS IST EIGENT­ LICH KUNST? Kunst ist ein schöpferischer Akt. Sie ist das Ergebnis kreativen Schaffens von denjenigen, die dazu begabt sind. Künstler sind Menschen mit großem Einfühlungsvermögen einerseits und einem großen Talent andererseits, sich auszudrücken. Vor diesen Menschen habe ich größten Respekt und bewundere sie sehr. Was dabei herauskommt – in der bildenden Kunst, in der Musik, auf der Bühne, im Theater, im Tanz –, das ist mehr als das Ergebnis eines einzelnen Menschen, es bekommt seine Relevanz, weil es vielen anderen ebenfalls etwas bedeutet. Und dennoch muss man Künstler und ihre Kunst auch manchmal verteidigen. WARUM? Vieles in der Kunst haben wir auf Anhieb gern, aber vieles ist auch Zumutung, lotet Grenzen aus oder provoziert. Als Kulturstaatsministerin sehe ich mich als Beschützerin und als oberste Verteidigerin der Freiheit der Kunst und der Künstler. GIBT ES DENNOCH ZUMUTUNGEN, DIE DIE GRENZE ÜBERSCHREITEN? Kunst muss und darf immer auch Zumutung sein. Wenn sie darüber hinaus vielen gefällt – umso besser. Aber gefällig zu sein oder gar Interessen zu dienen – das ist nicht das Ziel der Übung. Ich habe ein einziges Mal in meiner Amtszeit die Freiheit der Kunst als überschritten bezeichnet: Das war, als im Rahmen der Echo-Preisverleihung bekannt wurde, was die Rapper Kollegah und Farid Bang für abstoßende Texte verfassen und wie hemmungslos sie diese verteidigen. Die Grenze der Kunstfreiheit ist da überschritten, wo Holocaust-Opfer verhöhnt werden. Das finde ich niederträchtig und menschenverachtend. Übrigens: Ganz persönlich kann ich zwar damit leben, dass Kippenberger seinerzeit einen Frosch ans Kreuz nagelte, aber er hat damit auch meine religiösen Gefühle verletzt. Und dennoch: Ich meine, dass wir diese Spannung aushalten müssen. SEIT 1998 HAT DIE BUNDESREGIERUNG EINE ODER EINEN BEAUFTRAGTEN DER BUNDES­ REGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN. VOR 20 JAHREN DACHTE NOCH NIEMAND AN DIE NEUEN MEDIEN, SOZIALE NETZ­ WERKE UND „FAKE NEWS“. WIE HABEN SICH IHR RESSORT UND IHRE AUFGABEN VERÄNDERT? Das Thema Digitalisierung ist auch bei uns nicht nur ein Top-Thema, sondern es zieht sich wie ein roter Faden durch alle Felder hindurch. Foto: © Wolf Lux Die Frage ist: Wie verändert die Digitalisierung unser Leben, aber auch unsere Kultur? Dazu gehört zum Beispiel das Thema Urheberrecht, das wir immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpassen müssen: Denn Künstler müssen auch im digitalen Zeitalter von ihrer Leistung leben können. Eine andere Frage ist das Thema Medienkompetenz. Der kritische Umgang mit den Medien muss von Anfang an, schon in der Familie, in der Kita, in der Schule, gelernt werden. WIE GEHT DAS? Wir tun uns schwer, die rechtsstaatlichen Errungenschaften, die wir uns in der analogen Welt mühsam erarbeitet haben – Jugendschutz, Kinderpornografieverbot, das Verbot von Hasskriminalität und ganz selbstverständlich auch anständige Umgangsformen – auch im Netz durchzusetzen. Das ist aber ein Riesenthema! Ich war zum Beispiel kürzlich an einer Schule, in der ein ganzes Jahr lang das Thema „Mobbing im Netz“ behandelt wurde. Ein Großteil der Schüler ist davon betroffen, das ist eine traurige Alltagserscheinung. Und deshalb ist es wichtig zu lernen, wie man damit umgeht, wie man sich dagegen wehrt: Wenn man jemanden schlägt, muss man diesem Menschen nahe kommen, ihn attackieren. Da haben die meisten noch eine Über Monika Grütters Die gebürtige Münsteranerin beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit Kulturpolitik: zunächst zehn Jahre als Berliner Landespolitikerin, seit 2005 als Abgeordnete im Deutschen Bundestag. In der vergangenen Legislaturperiode leitete sie dort den Ausschuss für Kultur und Medien. Sie ist Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin. Zuvor hatte sie an den Universitäten Münster und Bonn Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften studiert. An verschiedenen Institutionen im Opern-, Museums- und Verlagsbereich war sie in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Von 1998 bis 2013 war sie Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Brandenburger Tor“ im Max Liebermann Haus. Informationen zu Aufgaben und Arbeit der Kulturstaatsministerin unter: www.kulturstaatsministerin.de 12 13

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