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Berlin to go, Ausgabe 3.2017

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STARTUP ALLES AUF GRÜN:

STARTUP ALLES AUF GRÜN: NA Text: Anna Knüpfing Umweltfreundlich bis zur letzten Meile Die Zahl der Bestellungen aus dem Internet steigt kontinuierlich: Lebensmittel, Elektronik, Kleidung, Möbel werden online gekauft. Die dadurch steigende Verkehrsdichte, beschränkte Ressourcenverfügbarkeit und internationale Klimaschutzziele stellt die Zustellung der Kurier- und Paketlieferdienste in den Innenstädten vor eine besondere Herausforderung. Laut Weltklimarat IPCC ist die Logistik durch Personen- und Gütertransport für 13 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Immer mehr Unternehmen setzen dabei auf Grüne Logistik, auch Ökologistik oder Green Logistics genannt, um zukunftssichere, umweltschonende Logistikkonzepte zu schaffen und transportbedingte Emissionen wie Kohlendioxid zu reduzieren. Das Transportvolumen wird nicht geringer, aber die Art der Zustellung kann sich anpassen. Vorreiter in diesem Bereich sind Logistik-Startups, die mit einem umweltschonenden Ansatz und innovativen Geschäftsmodellen einen Wandel bewirken, der inzwischen auch von etablierten Unternehmen der KEP-(Kurier-, Express- und Paketmarkt)-Branche mitgetragen wird. Dabei stellt die Zustellung per Fahrrad eine flexible und klimafreundliche Alternative in der Großstadt dar. In Europas Städten schießen die Lastenradprojekte wie Pilze aus dem Boden, um dem stetig wachsenden Versandmarkt gerecht zu werden. Auch traditionelle Logistikdienstleister sind involviert: Seit 2015 betreibt UPS in Hamburg vier Containerstandorte, von wo aus ein Großteil der Innenstadt unter Einsatz von Lastenrädern beliefert wird. In Berlin fährt die Deutsche Post mit ihrem Paketdienstleister DHL mit sogenannten „Parcycles“ mit und ohne Elektroantrieb Pakete aus. Doch die Pioniere der Zustellung per Fahrrad sind die innovativen Startups der Transport- und Logistikbranche. Ein Startup, das in der Hauptstadt umweltfreundliche Paketzulieferungen per Elektrolastenfahrräder anbietet, ist Velogista. Berlin to go hat mit dem Geschäftsführer Martin Seißler gesprochen. Velogista GmbH ist Anfang 2014 als Deutschlands erstes Unternehmen gestartet, das für Sameday-Transporte, Speditionsnahverkehr und Paketversand in der Innenstadt vollständig auf Elektrolastenräder setzt. Die letzte Meile wird damit CO 2- und feinstaubfrei, lautlos und flexibel durchgeführt. Velogista hat in den letzten drei Jahren ein nachhaltiges und durchdachtes Citylogistiksystem entwickelt, das auf innenstadtnahen Standorten und Schwerlast-Elektrorädern (bis 250 kg Zuladung) beruht. 46

CHHALTIGE LOGISTIK Fotos: Kim Keibel, Sven Buschmeier HERR SEISSLER, WAS IST IHR GESCHÄFTS- MODELL? WAS UNTERSCHEIDET SIE VON ANDEREN ANBIETERN IM BEREICH DER FAHRRADLOGISTIK? Wir betreiben mehrere Standorte in der Berliner Innenstadt, an denen täglich Paletten mit Sendungen angeliefert werden, die wir im Umkreis der Standorte auf der „letzten Meile“ ausfahren. Wir fahren Speditionsstückgut, Pakete, Zeitschriften und Schubkarren. Wir sind das einzige Berliner Unternehmen, das Citylogistik mit Schwerlast-Elektrorädern betreibt, die bis zu 250 kg Waren zuladen können. WELCHE ROLLE SPIELT „GRÜNE LOGISTIK“ FÜR SIE? Wir machen zu 100 Prozent grüne Logistik, weil es sich für uns mit niedrigen Betriebskosten und hoher Stauresistenz lohnt. Und weil für die Stadtbewohner Lärm, Feinstaub und Zweite-Reihe-Probleme vermieden werden. Im Jahr 2017 noch Sprinterflotten mit Dieselmotoren in Betrieb zu nehmen, wie es noch in Berlin passiert, halten wir für risikoreich (Fahrverbote!) und irgendwie aus der Zeit gefallen. WELCHEN KÜNFTIGEN HERAUSFORDERUNGEN MUSS SICH DIE LOGISTIK- BRANCHE STELLEN? Für die Stadt sehen wir ein großes Mengenwachstum und steigende Erwartungen der Empfänger an die Geschwindigkeit. Dafür brauchen wir Platz für Ladezonen und mobile Depots, der nur am Straßenrand gewonnen werden kann. Die Citylogistiker werden also anfangen müssen, gegen den parkenden Individualverkehr zu lobbyieren, wenn wir nicht in chaotische Zustände abdriften wollen. WELCHE ROLLE SPIELT BERLIN DABEI? Berlin ist ein riesiges Experimentierfeld, das viel Platz bietet und Vorbild für andere Metropolen sein könnte. Wenn die Zukunft der Citylogistik „grün“ sein soll, brauchen wir eine deutlich aktivere Rolle des Berliner Senats in der Gestaltung dieses Systems. Erster Schritt: Bereitstellung von offenen innenstadtnahen Umschlagstandorten. 47

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