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Berlin to go, Ausgabe 2.2019

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PERSPEKTIVEN ABGEFAHREN

PERSPEKTIVEN ABGEFAHREN In der Drivery entsteht die Mobilität der Zukunft Text: Christin Berges Wer vor der großen Glastür der Drivery im Ullsteinhaus steht und auf der Suche nach der Rezeption ist, dem fällt gleich auf, dass hier etwas anders ist. Auf dem Klingelschild steht in großen schwarzen Buchstaben das Wort Inception. „Wenn unsere Mitglieder ins Büro kommen, können sie anfangen zu träumen und ihre Ideen und Visionen in die Realität umsetzen. Daher die kleine Abwandlung in Anlehnung an den Film“, erklärt Timon Rupp. Er ist Gründer der Drivery, einem Marktplatz für Mobilitäts innovationen, der im März eröffnet wurde. Mit der Inception sowie insgesamt 10.000 Quadratmetern ist auch sein Traum in Erfüllung gegangen: Ein moderner Hub, in dem durch das Zusammenspiel kreativer Köpfe und mit der Unterstützung passender Infrastruktur die Mobilität von morgen erschaffen wird. Beim Rundgang durch die Drivery wird schnell offensichtlich, dass Timon und sein Team die Ausstattung akribisch an den Zukunftstechnologien im Bereich Mobilität ausgerichtet haben. Ein Jahr hat der Umbau gedauert. Im Erdgeschoss des Ullsteinhauses, wo früher Modelabels ihre neuesten Kollektionen an den Einzelhandel verkauften, ist mit der Drivery eine Autowerkstatt eingezogen. Hier lassen sich in acht sogenannten Hardware Studios neueste Entwicklungen in Elektroautos und autonome Fahrzeuge einbauen und testen, die zuvor oben im Büro an Rechnern programmiert wurden. Da die wenigsten Software-Entwickler gleichzeitig Automechatroniker sind, steht ihnen ein Fachmann zur Seite, der sich mit der Arbeit mit Starkstrom und Hochvolt- Equipment auskennt. Im Innenhof bedarf es etwas Fantasie: Wo aktuell konventionelle Autos parken, drehen in ein paar Monaten autonome Fahrzeuge auf der Teststrecke ihre Runden. Zudem sollen hier Drohnen starten und landen – sobald die Genehmigung dafür da ist. Im Tempelhofer Hafen, unmittelbar neben der Drivery, befindet sich eine Anlegestelle für Boote. Zurück im Büro wird Timon von Frida begrüßt, einer schwarzen französischen Bulldogge. „Das ist unser Chief Happiness Officer“, stellt er die Hündin mit einem Augenzwinkern vor. Sie teilt sich ein Büro mit dem sechsköpfigen Team, das die Drivery managt. Hinten auf den Team-Shirts steht die Frage „Got drive?“. Die Zwischenbilanz mag eine Antwort liefern: Langfristig könne man zwischen 1000 und 1500 Mitglieder unterbringen – je nach Bedarf und Aufteilung. 200 hatten sich bereits vier Wochen nach Eröffnung registriert. Darunter Freelancer, Startups, aber auch große Mobilitätskonzerne, die sich mit flexiblen oder festen Schreibtischen, Inkubatoren oder ganzen Entwicklungsabteilungen in den umgebauten und frisch renovierten Räumlichkeiten eingemietet haben. „Der Zuspruch zeigt, dass ein branchenbezogener Marktplatz für die Entwicklung moderner Mobilitätslösungen noch gefehlt hat“, gibt Timon Rupp zu bedenken. „Schließlich sehen wir uns nicht nur als Coworking Space, sondern Foto: @TheDrivery, Car silhouette: freepik.com 28

als Ort, an dem alle Themen der neuen Mobilität zusammenfließen. Dazu gehört natürlich unter anderem auch, in den Austausch mit der Politik zu treten, gute Beziehungen zu den öffentlichen Nahverkehrsbetrieben zu pflegen oder internationale Netzwerke aufzubauen.“ Der Regierende Bürgermeister Michael Müller war einer der ersten prominenten Besucher in den ersten Tagen nach der Eröffnung. Für Timon Rupp, der ursprünglich aus Süddeutschland stammt, ist Berlin der ideale Ort, um innovative Mobilitätslösungen auf die Straße zu bringen: „Aus meiner Sicht braucht es drei Zutaten für den Erfolg: kreative, smarte Köpfe, eine Infrastrukturherausforderung und damit den Willen zur Veränderung sowie die Nähe zur Politik.“ Timon Rupp. Founder & CEO, The Drivery GmbH Um die kreativen Köpfe zusammenzubringen, geht der Gründer ausgefallene Wege: Er kaufte einen DeLorean, bekannt als Zeitmaschine aus der Filmtrilogie „Zurück in die Zukunft“. In den nächsten zwei Jahren soll der Wagen in einem offenen Projekt von Experten in ein autonom fahrendes Elektroauto umgebaut werden. Die erste Fahrt plant Timon auf dem Ku’damm. Als Investor steht ein großer Automobilzulieferer hinter der Drivery. Langfristig solle sich der Hub vor allem durch Mitgliedsbeiträge finanzieren, ab 50 Euro pro Monat für einen flexiblen Schreibtisch, sowie durch die Vermietung der Eventflächen. „Alle, die sich mit Mobilität beschäftigen, sind herzlich willkommen“, antwortet Timon auf die Frage nach den Aufnahmekriterien. Startups wie Tier (eScooter), Air2E (elektrische Charterflüge), AIPARK (Echtzeit-Parkplatzkarten) oder LiangDao (Testsysteme für autonomes Fahren) gehören zu den ersten Mitgliedern und haben ihren Firmensitz bereits ins Ullsteinhaus verlegt. „Die Drivery ist eine ideale Plattform für uns, um mit anderen Firmen aus der Mobilitätsbranche in Kontakt zu kommen und gegebenenfalls zusammenzuarbeiten“, sagt Dr.-Ing. Shengguang Lei, CTO von LiangDao, einem Startup aus China, das mit zwölf Mitarbeitern von TechCode in Mitte in die neuen Räumlichkeiten in Tempelhof gezogen ist. Perspektivisch plant das Unternehmen, das Testsysteme fürs autonome Fahren entwickelt, bis Ende des Jahres stark zu wachsen und weitere Mitarbeiter einzustellen. Die Flexibilität, die die Drivery biete, komme den Expansionsplänen natürlich sehr entgegen. Zurück an der Inception erzählt Timon von seiner nächsten großen Vision. „Wenn die Drivery in Berlin richtig gut läuft, kann ich mir vorstellen, weitere Marktplätze in der ganzen Welt zu eröffnen.“ 29

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