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Berlin to go, Ausgabe 2.2019

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TITEL 12 Der

TITEL 12 Der wirtschaftliche Dornröschenschlaf hat die Spree-Metropole innerhalb weniger Jahre nach der Wende zu einem Wirtschaftsstandort erster Güte emporwachsen lassen. Ein Grund für diesen Erfolg liegt unter anderem in der Internationalität, die sich in Berlin wie in keiner anderen Stadt in Deutschland widerspiegelt. 17 Städtepartnerschaften, darunter mit Buenos Aires, Los Angeles, Paris und Tokio machten Berlin seit der Wende zu einem weltweit vernetzten Drehpunkt auf der Deutschlandkarte. Wer kam, um sich die ehemals geteilte Stadt anzusehen, blieb und bleibt bis heute gerne, weil sie das Beste aus vielen Welten bietet: eine hohe, vergleichsweise erschwingliche Lebensqualität, eine bunte und äußerst tolerante Gesellschaft, ein reiches Kulturleben und nicht zuletzt eine aufblühende Businesslandschaft. Das zieht nicht nur die häufig zitierten Berufsauswanderer aus Süddeutschland an. Rund 3,7 Millionen Menschen fasste die Bundeshauptstadt 2018, die Zahl der Bewohner mit ausländischem Pass steigt – rund 725.000 Menschen aus über 190 Nationen sind an der Spree zu Hause, vorrangig aus der Türkei, den arabischsprachigen Ländern und der ehemaligen Sowjetunion. Fast jeder dritte Berliner hat einen sogenannten Migrationshintergrund, fast zwei Millionen Einwohner der Hauptstadt sprechen mindestens zwei Sprachen. Im ersten Halbjahr 2018 siedelten sich 63 Unternehmen aus Europa, China und Südamerika in Berlin an, die 2200 Jobs mitbrachten. Und die Talente aus aller Welt folgen gern. Besonders spürbar ist dieser Trend in der Berliner Startup-Szene. Fast 50 Prozent der dort Beschäftigten stammt aus dem Ausland. Kein Zufall, wie eine Umfrage des Deutschen Startup Monitors von 2017 belegt. Fast 80 Prozent der Berliner „Der internationale Spirit dieser Stadt ist einzigartig.“ Marie Amigues, CEO und Gründerin von Altagram Startups stimmen der Frage, ob die Startup-Landschaft von der Zuwanderung profitiert, voll und ganz zu und liegen damit gegenüber dem Bundesdurchschnitt von knapp 64 Prozent weit vorn. Auch das Venture Capital stammt aus internationalen Märkten. Ganze 35 Prozent des in Berlin investierten Risikokapitals kommt von ausländischen Investoren, wie die Technologiestiftung Berlin belegt. Der Grund: Internationale VC-Geber sind häufig an Handel, Lieferdiensten und innovativen Vertriebsplattformen interessiert, für die Berlin strukturell, technisch, personell und kulturell einen optimalen Stützpunkt bietet. „Der internationale Spirit dieser Stadt ist einzigartig“, unterstreicht Marie Amigues, CEO und Gründerin von Altagram. Was sie 2013 als Startup begann, hat sich heute zu einem weltweit agierenden Videospiel-Lo- kalisierungsspezialis- ten entwickelt. Das fast 60-köpfige Altagram- Team stammt aus allen Teilen der Erde, spricht im Büro daher vorwiegend Englisch und bietet die sprachliche Adaption und Aufbereitung von Games-Inhalten in über 45 Sprachen. Multikulturalität ist hier Alltag. Mit mehr als 600 Freelancern und 44 Tonstudios weltweit übernimmt Altagram Full-Service-Leistungen für die Videospiel-Branche. Amigues beschäftigt neben ihrem Berliner Team auch Mitarbeiter in Seoul und Montreal. Die gebürtige Französin hatte es 2006 nach Berlin gezogen, nachdem sie in Paris, Ottawa und New York gelebt hatte. „Durch Zufall habe ich vor 13 Jahren auf einer Party in Paris jemanden getroffen, der in Berlin gründen wollte. Ich war sofort Feuer und Flamme“, erinnert sich Amigues an die Anfänge ihres ersten Berliner Unternehmens. „Altagram habe ich dann 2013 aus der Taufe gehoben, auch, weil der hiesige Markt aufgrund seiner Internationalität für die Games-Industrie Fotos: © Berlin Partner

so attraktiv ist. Hier wollen eben alle hin!“ Für die Französin selbst hatte der Standort ebenso große Vorteile, weil sich hier sogar Ämtergänge auf Englisch abwickeln lassen. „Es wird hier akzeptiert, dass du deine eigene Sprache sprichst – das wäre sonst in Deutschland sicher nicht überall der Fall“, schwärmt Amigues. Aus ihrer Sicht muss Berlin den Vergleich mit Paris oder New York nicht scheuen. „Ich schätze den Geist dieser Stadt sehr – hier wird Freiheit gelebt und die Lebensqualität steht bei allem im Vordergrund. Und noch eine andere Erkenntnis habe ich gesammelt: Erfolg lautet in der Berliner Definition, das zu tun, wofür du eine Leidenschaft besitzt.“ Die große Welt in der kleinen, so beschreibt Stefan Moschko, Leiter Human Resources Deutschland für die Siemens AG, seinen persönlichen Eindruck vom Wirtschaftsstandort an der Spree. Der Weltkonzern baut seinen Hauptstadtstandort auf beeindruckende Weise aus. „Unser Projekt Siemensstadt zeigt den Kiez der Zukunft“, so Moschko, „in dem Produktion, Forschung, Lernen, Arbeiten und Wohnen integriert sind und der die Arbeitswelt von morgen sichtbar macht. Unser Berliner Standort ist heute schon international ausgerichtet. 90 Prozent der hier gefertigten Produkte gehen ins Ausland. Etwa 11.500 Mitarbeiter aus unzähligen Nationen sind hier zu Hause.“ Diversität ist in der Siemensstadt keine Marketingparole, sondern gelebte Realität. Die Konzerngeschichte zeigt, dass Innovationskraft durch Beweglichkeit entsteht. So erstaunt es nicht, dass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 2018 bei 5,6 Milliarden Euro gegenüber 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr lagen. Der Konzern setzt auf die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Lösungen für seine Kunden – etwa in der additiven „Der Standort ist für ausländische Talente spannend.“ Stefan Moschko, Leiter Human Resources Deutschland für die Siemens AG Fertigung, der autonomen Robotik, der vernetzten Mobilität oder der Künstlichen Intelligenz. Talente sind dabei entscheidend. „Internationalisierung bedeutet bei uns immer auch Diversität. Studien zeigen, was wir in unseren Teams weltweit feststellen: Divers aufgestellte Teams sind einfach erfolgreicher als nicht-diverse“, betont Moschko. Diese Mischung sorgt für Innovation und personelle Leistungsstärke. „Mit Berlin haben wir einen Standort, der für viele ausländische Talente absolut spannend ist. Wir sehen hier einen klaren Vorteil.“ Eine lokale Besonderheit: Mit dem International Tech Apprenticeship@ Siemens bietet der Konzern jungen Menschen aus aller Welt die Ausbildung zum Elektroniker oder Mechatroniker am Standort an. Aktuell werden 100 Auszubildende aus 27 Ländern, darunter Irak, Ägypten, Algerien und Mosambik, für die Dauer von dreieinhalb Jahren ausgebildet. Moschko freut sich über die persönlichen Erfolge seiner Nachwuchskräfte: „Besonders für Menschen aus Ländern mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit ist das ein tolles Angebot. Es stattet sie mit Fähigkeiten für ihren Job aus und unterstützt sie in ihrem persönlichen Werdegang.“ Weltweit machen aktuell rund 3000 junge Menschen ihre Ausbildung beim Weltkonzern. „Immer häufiger sind internationale Auftragsvergaben an die Forderung geknüpft, im betreffenden Land auch Ausbildungsstellen zu schaffen“, erläutert Moschko. „Dazu tragen wir unseren Teil bei, und das macht uns stolz!“ Die Offenheit und Beweglichkeit, die in der Spree-Metropole gelebt werden, machen also auch „draußen“ Schule. Vielleicht muss die Frage also gar nicht lauten, wie international Berlin ist? Sondern eher: Wie viel Berlin steckt in der Welt? 13

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