Aufrufe
vor 2 Jahren

Berlin to go, Ausgabe 2.2017

  • Text
  • Kino
  • Film
  • Meisterkoeche
  • Freiheit
  • Elektromobilitaet
  • Startup
  • Berlin

EMPFEHLUNGEN BERLIN ALS

EMPFEHLUNGEN BERLIN ALS HAUPTSTADT DER Underground-Kunst wird salonfähig STREET ART Text: Anna Knüpfing Ist das Kunst oder kann das weg? Was früher als Vandalismus galt, hat sich als Street-Art inzwischen zur einer eigenen Kunstform entwickelt. Graffitis sind heute die bunten Visitenkarten der Stadt, mit denen Berlin im internationalen Wettstreit der Metropolen um Touristen für sich wirbt. Auch der Berliner Senat hat die Bedeutung dieser Stadtkultur erkannt und bindet inzwischen berlinweit Straßenkunst in die Stadtvermarktung ein, beispielsweise mit geführten Street-Art-Touren. Denn Straßenkunst steht für Freiräume und Kreativität im Stadtraum. Street-Art sind verschiedene, meist nichtkommerzielle Formen von Kunst im öffentlichen Raum, die nach der Absicht der Verursacher dauerhaft dort verbleiben sollten. Die Künstler bedienen sich verschiedenster Materialien wie Sprühdosen, Marker, Pinsel, Malerrollen, Poster und Aufkleber, um ihre Werke zu präsentieren. Häufig werden Wände und Straßen bemalt und beklebt, aber auch Verkehrsschilder, Stromkästen, Laternen, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln sowie Bürgersteige und Bäume werden umgestaltet. BERLIN ALS STREET-ART- METROPOLE In keiner anderen Stadt gibt es eine solche Vielfalt an Street-Art zu sehen wie in Berlin. Die Kunstrichtung schwappte vom New Yorker Untergrund in den 1970er-Jahren nach Berlin. Zunächst waren es Jugendliche oder Punks, die den öffentlichen Raum für Botschaften nutzten und sich auf den Straßen West-Berlins künstlerisch auslebten. Erst Ende der 1970er-Jahre interessierte sich die breite Masse für diese Kunstrichtung. Zahlreiche Künstler brachten verschiedene Stile und Techniken mit ein. Ziel war ein aktives Eingreifen in das Stadtbild und die Vermittlung von politischen Botschaften. Mit ihnen bemalten die Künstler die westliche Seite der Mauer, die Berlin damals teilte. Doch auch in der ehemaligen DDR gab es Formen der Straßenkunst. So wurden beispielsweise in Marzahn in den 80er-Jahren im Rahmen eines großen Projektes Plattenbaufassaden gestaltet. Street-Art- Künstler waren jedoch auch in diesem Bereich stark in ihrer Freiheit eingeschränkt. Der Fall der Mauer 1989 rief eine neue Ära der Street-Art in Berlin hervor. Künstler aus West-Berlin brachten ihre Kultur in den Osten Fotos: jock+scott - photocase.com, iStock.com / Carol_Anne 62

Fotos: The Haus, iStock.com / aamorim und erarbeiteten mit den dortigen Straßenkünstlern gemeinsame Projekte. An dem bis heute als East Side Gallery erhaltenen größten Teil der Berliner Mauer verewigten sich zahlreiche internationale Künstler. Das brachte der Hauptstadt ihren Ruf als Street-Art-Metropole ein und Berlin erhielt 2006 die UNESCO-Auszeichnung „City of Design“. Heute ist Street-Art besonders in Berlin in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen reagieren positiv auf die zahlreichen Wandbilder in der Hauptstadt. Architekten und Hausbesitzer geben diese mittlerweile in Auftrag – Straßenkunst wird salonfähig. URBANE KUNST IST IM MUSEUM ANGEKOMMEN Ein ganzes Haus als Kunstwerk zeigt das Street- Art-Projekt „The Haus“. Die temporäre Galerie in den Räumlichkeiten der ehemaligen Volksbank in Berlin-Charlottenburg zählte von Anfang April bis Ende Mai etwa 70.500 Besucher. Über 100 Künstlerinnen und Künstler haben die 80 Räume mit unterschiedlichsten Kunstkonzepten ausgestaltet. Zu sehen war die gesamte Bandbreite von Street-Art wie Graffitis, Tape Art, Installationen auf Decken, Böden, Heizkörpern und Fenstern. Künstler aus fast 20 Nationen waren vertreten, unter anderem Klebebande, Notes of Berlin, One truth, Gogoplata, Daniela Uhlig, Quintessenz, Superbadboys, Laurus & Demut, Paulo Consentino, Drink and Draw, Dr. Molrok, Mister Woodland, Innerflieds und Felix Rodewaldt. Dass die Straßenkunst im Museum angekommen ist, zeigt auch das Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art – ein Projekt der Gewobag-Stiftung „Berliner Leben“. Das Museum widmet sich der Geschichte der Straßenkunst in Deutschland. In den Räumen und an Hauswänden in der Schöneberger Bülowstraße werden die Werke von 16 deutschen Künstlern ausgestellt. In regelmäßigen Abständen verwandelt ein Street-Artist die gesamte Fassade in ein gigantisches Mural. Im September eröffnet Urban Nation ein Museum, das eine weltweit einzigartige Anlaufstelle für Ausstellungen, Forschung und Austausch rund um die Urban Contemporary Art sein wird. Wie für die Urban Art typisch, wird auch das Museum mit wechselnden Murals immer wieder sein Erscheinungsbild ändern und selbst zum Kunstwerk. „The Haus“ und das Urban Nation Museum for Urban Contemporary Art demonstrieren, dass Street-Art auch in geschlossenen Räumen funktioniert und die einstige Subkultur nicht mehr aus der Hauptstadt wegzudenken ist. 63

Publications in English

Publikationen auf deutsch

Clusterreport Verkehr, Mobilität und Logistik
Schienenverkehrstechnik
Verkehrstelematik
Logistik
Automotive in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Aerospace Industrie
Biotech- und Pharmaindustrie
Forschung für die Gesundheit
Gesundheitsversorgung und Prävention
Potenzialstudie Medizintourismus Berlin-Brandenburg_2015
Clusterbroschuere Gesundheitswirtschaft
Prävention und Gesundheitsförderung
Rehabilitation in Berlin und Brandenburg
Games Industrie in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Digitale Wirtschaft in Berlin
Fernsehen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Fashion in Berlin
Best Practice Wireless in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Medien und Kreativwirtschaft in Berlin-Brandenburg
Turbomaschinen und Kraftwerkstechnik
Energienetze und -speicher in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Kreislaufwirtschaft in Berlin
Wasserwirtschaft in Berlin
Energietechnik in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
Inkubationsprogramme in der Energiewirtschaft
Service Packages für Unternehmen in Berlin
Unternehmensservice in den Berliner Bezirken
Berlin Partner: Unser Service fuer Sie