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Berlin to go, Ausgabe 2.2017

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DISKURS WIE KOMMT DAS

DISKURS WIE KOMMT DAS ORCHESTER IN DIE BOX? Text: Ines Hein Foto: Native Instruments „The future of sound“ lautet die Mission von Native Instruments. Kaum eine Musikproduktion weltweit, die ohne die virtuellen Instrumente des Berliner Unternehmens auskäme Der in Kreuzberg ansässige Digital-Instrumentenpionier Native Instruments hat sich in zwei Jahrzehnten vom Nischen-Startup zum Weltmarktführer entwickelt. Ein Besuch in den Höfen am Osthafen spürt der Erfolgs- DNA des Unternehmens nach. Die Höfe an der Schlesischen Straße sind das industrielle Herz Kreuzbergs. Tritt man aus dem frühsommerlichen Flirren der Straße durch den Toreingang auf das angenehm umschattete Gelände, geht der Blick über fünf Höfe bis zum Ufer des Berliner Osthafens. Dort, wo einst die 21. Revierinspektion der Städtischen Gaswerke und die Singer & Co. Nähmaschinen AG beheimatet waren, hat Native Instruments 1999 sein Headquarter bezogen. Die roten Klinkergebäude mit ihren weißsprossigen Fenstern atmen den Geist der industriellen Gründerzeit. Dass mit den Berliner Digitalpionieren heute ein Weltmarktführer der Musikinstrumentenbranche dort ansässig ist, setzt die lokale Tradition konsequent fort. Native Instruments entwickelt für Musiker, DJs und Produzenten virtuelle Sound- und Rhythmuslösungen in Form von Soft- und Hardware. Das Spektrum reicht von Samples, also Originalinstrumentensounds, über Grooveboxen, die das rhythmische Grundsystem jeder Musikproduktion darstellen, bis zu maximal leistungsfähiger DJ-Software. Produktnamen wie „Komplete“, „Maschine“ und „Traktor“ erzählen von Burghausen bis Bangalore von der Innovationskraft „made in Germany“ – eine Erfolgspaarung aus technischem Sachverstand, klanglicher Finesse, digitalem Unternehmergeist und jenem Herzblut, das Höchstleistungen in Serie gehen lässt. Die Besonderheit der Native Instruments liegt in der Abwesenheit ihrer klanglichen Identifizierbarkeit. Will heißen: Was so original klingt, wird vom Hörer nicht als digitales Instrument wahrgenommen. „Ein wichtiger Baustein unseres Erfolgs war die Tatsache, dass wir als ursprünglich reines Software-Unternehmen 2004 angefangen haben, eigene Hardware zu entwickeln“, so Tom Kurth, CLO und Mitglied des Executive-Teams von Native Instruments. „Musiker und Komponisten arbeiten am liebsten mit Instrumenten, deren Usability ihnen vertraut ist. Wir haben beide Welten in eine Form gebracht und die instrumentale Haptik von Keyboards oder DJ-Controllern mit tausenden 10

digitalen Funktionen ausgestattet.“ Der technische Fortschritt gibt den Takt für derartige Innovationen vor. Je kleiner die Prozessoren, desto größer die Möglichkeiten. Der Entwicklungs- und Erfolgsdruck ist enorm. Die rund 400 Mitarbeiter am Berliner Standort sitzen in vier Häusern auf 17 verschiedenen Büroflächen. Wachstum, das zeigt diese Bürogeografie sehr eindrucksvoll, ist kein linearer Prozess. „Früher brauchte man für die professionelle Veröffentlichung eines Albums ein Label. Heute kann man mit einem gängigen Rechner und unseren Instrumenten auf einem Niveau produzieren, das weltweit markttauglich ist“, betont Kurth, während er ein paar Hörbeispiele anklingen lässt. Maximale Soundbrillanz auf kleinstem Raum. Zu siebt waren die Gründer von Native Instruments, als sie vor 21 Jahren als Startup begannen. Nicht einmal dieser Begriff existierte damals. Heute zählt das Unternehmen mit einem Team von 460 Mitarbeitern zu den „Grown-ups“ der Branche. Zur Weltkarte der Berliner gehören Standorte in L.A., Tokio, Shenzhen, London und Paris. In den Anfangsjahren war es durchaus üblich, dass Teammitglieder von der Arbeit direkt in den Club gingen und zuweilen von dort morgens wieder im Büro aufschlugen. Im Laufe ihrer nicht selten langjährigen Betriebszugehörigkeit haben sich die Lebensrealitäten der Mitarbeiter gewandelt. Viele sind heute Eltern, man startet nun häufig um acht Uhr morgens und geht vom Job erstmal zur Kita. An einem Ort wie Berlin verschiebt das den Takt jedoch nur, es verändert nicht den Grundbeat. Das Herzblut für die gemeinsame Sache ist geblieben. „Wir sind sicherlich nicht mehr die verrückten Musik-Nerds von damals, wir verstehen uns stärker als Elektronikpioniere. Uns treibt aber bis heute die Motivation an, die Zukunft des virtuellen Klangs zu definieren“, betont Kurth. Und das gelingt Native Instruments. Die Teamsprache ist heute Englisch, Experten aus mehr als 30 Ländern sind an Bord gegangen und bestimmen gemeinsam den Kurs des expandierenden Unternehmens. 1999 lagen die Klinkerhöfe noch im spreedunstigen Niemandsland, heute ist die Schlesische Straße das Epizentrum der internationalen Club- und Kreativ-Avantgarde. „Ein Unternehmen wie unseres wäre in keiner anderen Stadt Deutschlands denkbar gewesen“, ist Kurth überzeugt. „Berlin steht für eine Freiheit, die es anderenorts nicht gibt. Es ist eine Stadt ohne gesellschaftliche Zwänge, hier gibt es keine Sperrstunden, hier treffen sich Menschen aus allen Erdteilen. Die Freiheit hier bereitet den Boden für Kreativität und Innovation.“ Gut möglich, dass just in diesem Moment ein neues Klangkapitel bei den Entwicklern von Native Instruments aufgeschlagen wird. 11

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