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Berlin to go, Ausgabe 1.2019

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PERSPEKTIVEN Frank

PERSPEKTIVEN Frank Becker, Geschäftsführer von Collonil seit 1998 GLÄNZENDE SCHUHE SEIT 1909 Collonil blickt auf eine bewegte Geschichte zurück BERLINER ORIGINALE Text: Christiane Flechtner Es ist laut und angenehm warm in der großen Produktionshalle an der Hermsdorfer Straße 70 in Wittenau. Gleich vorne rührt Hasan Oturak in einem großen Topf mit heißer, zäher Flüssigkeit. Der Mitarbeiter, übrigens einer von mehr als 120, die hier am Standort tätig sind, ist allerdings kein Koch, und dennoch mischt er seine Zutaten nach einem ganz besonderen – geheimen – Rezept zusammen. Noch einen Klecks Gelb hinzu – und nach einem Vergleich mit der Farbtabelle mit bis zu 80 verschiedenen Schuhcremefarben ist er mit der Farbe der künftigen Schuhcreme zufrieden. „Die Grundrezeptur von Schuhcreme ist eigentlich der einer Hautcreme sehr ähnlich“, erklärt Oturak. Denn schließlich sei das, was man pflegen möchte – das Leder – nichts anderes als die Haut von Tieren. Auch hier werden hochwertige Rohmaterialien wie Aloe Vera, Mandel- oder Jojobaöl verwendet. Hinzu kommen das umfassende Know-how und modernste Technologien – das sind die Merkmale, die Collonil auszeichnen. Doch nicht nur Cremes werden in der 14.000 Quadratmeter großen Produktionshalle hergestellt, sondern auch die so genannten Aerosole, die Sprays mit und ohne Treibgas. In der Aerosolabteilung werden rund 50.000 Spraydosen in einer einzigen Schicht produziert. Und so „wandern“ Dosen, Flaschen und Töpfchen unentwegt auf Fließbändern durch die einzelnen Werkabteilungen, werden befüllt, beschriftet, beklebt, verschlossen und verpackt. Anschließend werden sie dann in die ganze Welt verschickt. Tuben oder Dosen oder Sprayfläschchen – in ihnen befindet sich das Erfolgsgeheimnis von Collonil – Cremes, Sprays, Fotos: © Frank Becker, © Collonil, © Christiane Flechtner 24

Seit mehr als 100 Jahren wird in Berlin Schuhpflege hergestellt. Das Rezept ist streng geheim. Lotionen, Schäume, Wachse und Öle, die Pumps, Mokassins oder Wanderschuhe von Männern, Frauen und Kindern in 93 Ländern schöner machen. Die Geschichte von Collonil ist eine Berliner Geschichte. Der Grundstein des Erfolgs wurde 1909 in zwei kleinen Räumen in der Köpenicker Straße gelegt. Nachdem die Geschäfte rasch zu florieren begannen, expandierten die drei Gründer – Karl Esslen und die Brüder Salzenbrodt – und bezogen Räumlichkeiten in der Schlesischen Straße 12. Ein weiterer Umzug folgte 1921 nach Mühlenbeck, eine Ortschaft etwa fünf Kilometer außerhalb im Norden Berlins. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden sich die Brüder Salzenbrodt für eine Übersiedlung nach Westberlin, wo es für die ideenreichen Unternehmer die besseren wirtschaftlichen Aussichten gab. Da die Familie Esslen nicht folgte, firmierte Collonil zum reinen Familienunternehmen, das 1952 zur Salzenbrodt GmbH & Co KG wurde. 1952 musste das Unternehmen aufgrund eines auslaufenden Mietvertrages ein letztes Mal umziehen. Der endgültige Firmensitz wurde das 14.000 Quadratmeter große Fabrikgelände in Wittenau. Hier hat das Unternehmen bis zum heutigen Tage seine Zentrale und seine Produktionsstätte. Der gebürtige Bremerhavener, der seit Frühjahr 1998 die Fäden des Unternehmens in der Hand hält, ist Frank Becker. Der heute 58-Jährige übernahm die Salzenbrodt GmbH & Co. KG als alleiniger Geschäftsführer und ist seit 2001 Geschäftsführender Gesellschafter. „Das Rezept für Schuhcreme ist dem einer Hautcreme sehr ähnlich.“ Hasan Oturak „In der 110-jährigen Firmengeschichte hat das Unternehmen viele Höhen, aber auch Tiefen erlebt. Zwei Weltkriege und eine Weltwirtschaftskrise, sogar die Enteignung mussten überstanden werden“, sagt Becker rückblickend. „Trotzdem konnten zu jeder Zeit kleine und große Erfolge gefeiert werden.“ Becker brachte das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit einer konsequenten Internationalisierungsstrategie und einer Ausweitung des Sortiments der Kernmarke Collonil auf neuen Wachstumskurs. Der Neubau des neuen 3.500 Quadratmeter großen Collonil-Logistikzentrums in Mühlenbeck im Jahr 2013 mit 24 zusätzlichen Mitarbeitern war zugleich auch ein klares Bekenntnis zur Berliner Tradition des von ihm geführten Unternehmens. Mit Pflegeprodukten aus organischen Stoffen setzte Becker neue Akzente und ging auch im Marketing neue Wege, zum Beispiel bei der „Outdoor Active“-Produktlinie, der „Collonil Car Care“ mit innovativen Spezialpflegeprodukten für den Fahrzeugbereich, „Aviation“ für die Reinigung von Ledersitzen in Flugzeugen und Premium-Lederpflege für den Reitsportbereich. Ganz neu: der „Collonil Carbon“ speziell für die derzeit beliebtesten Schuhe: Sneaker. „Der Kunde steht im Mittelpunkt all unseres Handelns“, sagt Becker. „Wir produzieren und entwickeln für ihn qualitativ hochwertige und maßgeschneiderte Produkte. Seine Bedürfnisse zu erkennen und seine Wünsche zu erfüllen, ist unsere Aufgabe und unsere Motivation.“ 25

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