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Berlin to go, Ausgabe 1.2019

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Die Krausenhöfe in

Die Krausenhöfe in Mitte sind das Berliner Entwicklungszentrum von Amazon. AN IHREM BERLINER STANDORT ARBEITET EIN TEAM AUSSERDEM AN MASCHINELLEN ÜBER- SETZUNGEN. WAS PASSIERT DA GENAU? Ein Team von Sprachwissenschaftlern hat ein System entwickelt, Produktbeschreibungen automatisch in viele Sprachen übersetzen zu lassen. Händler auf dem Amazon Marketplace können ihre Produkte im sprachlich stark fragmentierten Europa automatisch übersetzen lassen und so in vielen weiteren Märkten als ihrem Heimatland anbieten. Das schafft neue Absatzchancen für Unternehmen und noch mehr Auswahl für Kunden. So erhalten auch kleinere und mittlere Unternehmen die Möglichkeit, ohne oder mit geringem Mehraufwand in den internationalen Handel einzusteigen. Mit der maschinellen Übersetzung können sie die Nachfrage nach bestimmten Produkten in Auslandsmärkten ohne großen Aufwand testen. Dieser Übersetzungsservice ist eine Entwicklung des Berliner Machine-Learning-Teams in Zusammenarbeit mit mehreren Teams von Amazon in Europa und den USA. Jährlich werden damit hunderte Millionen Produktseiten auf dem Marketplace von Amazon übersetzt. EIN WEITERES ZUKUNFTSTHEMA SIND ENERGIEEFFIZIENTE ALGORITHMEN. WAS VERSTEHEN SIE DARUNTER? Wir haben mittlerweile lernfähige Software, die den Menschen bei komplexen Brettspielen wie Schach oder Go besiegt. Aber dafür brauchen die Algorithmen noch hundert bis tausend Mal mehr Energie als wir. Ich bin Marathonläufer. Ich weiß, dass ich mit Energie haushalten muss, denn sonst habe ich im falschen Moment keine mehr. Zurzeit konzentriert sich die akademische Forschung im Bereich KI aber nicht darauf, wie energieeffizient Algorithmen sind. Doch je mehr solche Vorhersageberechnungen auch von der Industrie genutzt werden, desto wichtiger wird dieser Aspekt, denn die Kosten für Rechenkapazitäten spielen in Zukunft eine immer größere Rolle. Hier ist der Mensch noch immer die energieeffizienteste Intelligenz. Bis Rechnerprozessoren so effizient sind wie das menschliche Gehirn, wird es noch eine Weile dauern. Die große Herausforderung der KI ist es nicht mehr, so genau in der Wahrnehmung und Vorhersage wie ein Mensch zu werden, sondern dabei auch nur genauso wenig Energie zu verbrauchen wie ein Mensch. IM BERLINER DEVELOPMENT CENTER VON AMAZON SIND ÜBER 700 MITARBEITER TÄTIG. IN DER BUNDESHAUPTSTADT ARBEI- TET AUCH EIN WICHTIGES MACHINE-LEAR- NING-TEAM VON AMAZON WELTWEIT. WAS ZEICHNET DEN STANDORT AUS? Berlin hat drei große Vorteile: Erstens arbeiten an den Berliner Universitäten weltweit führende Wissenschaftler im Bereich des maschinellen Lernens und der Robotik. Zweitens gibt es eine unglaublich lebendige Startup-Szene, die viele Menschen von überall her anzieht. Und drittens ist Berlin international. INWIEFERN PROFITIEREN SIE VON DER NÄHE DER BERLINER UNIVERSITÄTEN WIE DER TU? Wir setzen auf Kooperationen mit vielen Forschungseinrichtungen. Dazu gehören Universitäten und Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft. Gemeinsam mit der TU Berlin haben wir ein Postdoktoranden-Modell entwickelt. Dabei arbeiten die Postdocs vier Tage bei uns und einen Tag am TU-Institut für Datenbanksysteme und Informationsmanagement von Professor Volker Markl. Umgekehrt ist es z. B. bei Amazon Scholar. Hier können Wissenschaftler ein Urlaubssemester für Projekte bei Amazon nutzen. Und unser CEO macht es uns ja vor: Jeff Bezos ist vier Tage bei Amazon und einen Tag beim Raumfahrtunternehmen Blue Origin, das Modell läuft offensichtlich ganz gut. Lesen Sie das gesamte Interview mit Dr. Ralf Herbrich auf www.ki-berlin.de. Zudem finden Sie hier weitere informative Artikel und Reportagen rund um das Thema Künstliche Intelligenz in Berlin. Fotos: © Amazon, Montage RAZ 16

TITEL AUA, ADA! Wie eine App die Gesundheitsversorgung verändern könnte Text: Lukas Breitenbach Ada ist eine KI-gestützte Gesundheitsplattform, die dabei helfen will Gesundheit besser zu verstehen und passende nächste Schritte für die richtige Behandlung zu finden. Ada ist eine ziemlich schlaue App, oder? Zwei Selbstversuche. Es muss eine falsche Bewegung gewesen sein. Ausgerechnet bei einem Pressegespräch mit der Gesundheitssenatorin zieht ein Schmerz von meinem Nacken in den Rücken, der von Minute zu Minute schlimmer wird, bis ich irgendwann meinen Kopf nicht mehr drehen kann. Das wird schon wieder, denke ich mir. Doch es wird nicht besser, aber deshalb zum Arzt? Zum ersten Mal wende ich mich an Ada. Inzwischen werde alle drei Sekunden eine Symptomanalyse mit Ada durchgeführt, heißt es auf der Homepage. Ada wurde 2011 von Ärzten, Wissenschaftlern und Softwareentwicklern gegründet, 2016 wurde die App weltweit gelauncht. „Ada spricht bereits Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und lernt weitere Sprachen, um noch mehr Menschen zu erreichen“, schreiben die Entwickler. Ada greife dabei auf eine Wissensbasis zurück, die Milliarden von Symptomkombinationen und Tausende Erkrankungen abdeckt. Auf Grundlage meiner Symptome bietet mir Ada fünf mögliche Ursachen (in dieser Reihenfolge) an: 1) muskuloskelettale Nackenschmerzen, 2) degenerative Erkrankung der Halswirbelsäule, 3) akute zervikale radikuläre Schmerzen, 4) kraniomandibuläre Dysfunktion und 5) Nackenmuskelverspannung. Uff, vielleicht doch besser zum Arzt? Mit einer kraniomandibulären Dysfunktion ist nicht zu spaßen – nehme ich an. Den Gang zum Arzt erspart Ada sicherlich nicht. Will sie auch gar nicht: „Ada hilft den Menschen, sicher die nächsten Schritte zu erkennen, die richtige Behandlung zu finden und ihre Gesundheit zu managen. Ada ist eine personalisierte, KI-gestützte Gesundheitshelferin – mit menschlichem Touch.“ Mit hypochondrischem Touch allerdings auch… Am vergangenen Wochenende habe ich Ada noch einmal getestet: Nach dem Besuch bei einem Personal Trainer bin ich mit einem Muskelkater aufgewacht, der von einem anderen Stern war. Dieses Mal war auch Ada sich sicher: Die Schmerzen in den Oberschenkeln könnten nur von einem „Muskelkater in der unteren Extremität“ herrühren. Oder von einer „Zerrung bzw. Muskelfaserriss des Quadrizeps“. Falls der Trainer fragt, wie es mir geht, war es ein Muskelfaserriss… 17

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