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Berlin to go, Ausgabe 1.2016

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Das Magazin von Berlin Partner, Ausgabe 1.2016

STARTUP WO EINKAUFEN ZUM

STARTUP WO EINKAUFEN ZUM ERLEBNIS WIRD E-Commerce boomt, das traditionelle Warenhaus stellt sich neuen Herausforderungen, im Blick haben dabei beide ein und dasselbe: den Kunden. Wie sieht die Einkaufswelt von morgen aus? Seit mehr als 135 Jahren setzt Galeria Kaufhof auf ein traditionelles Einkaufserlebnis, das bundesweit täglich rund zwei Millionen Besucher anzieht. Doch beim Einkauf ist heute längst nicht mehr zwingend der Weg ins Geschäft notwendig. Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten, Bestellungen bequem von zu Hause aufzugeben. Beim Onlineanbieter Zalando können Kunden quasi vom Sofa aus zwischen 150.000 Artikeln wählen. Hat das klassische Warenhaus ausgedient? Darüber sprach Berlin to go mit Moritz Hau, Country Manager bei Zalando, und Torsten Kruse, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof Berlin Alexanderplatz. Ein Disput. Herr Kruse, was heißt für Sie „Einkaufserlebnis“? Wir wollen unsere Kunden inspirieren und überraschen. Und das jeden Tag aufs Neue. Die Zutaten dafür sind eine hochwertige Markenauswahl, ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, eine fachkundige Beratung, ein angenehmes Ambiente und ein umfassendes Servicepaket. Gepaart mit tollen Aktionen und spektakulären Inszenierungen wird das Warenhaus so zu einer wunderbaren Shoppingbühne. Wie wird Einkaufen in 50 Jahren aussehen? Ich glaube, da werden wir alle überrascht sein, denn die Welt des Handels hat sich noch nie so schnell verändert wie zurzeit. Sicher ist aus meiner Sicht, dass es den stationären Einzelhandel noch geben wird. Denn die Inspiration und Bedarfsweckung beim Einkaufen wird weiter auch über Tasten, Fühlen, Riechen und Schmecken gehen. Das kann das Internet alleine nicht. Für welche Werte steht Ihr Unternehmen? Galeria Kaufhof steht für Weltoffenheit, Toleranz und Respekt. Wir beschäftigen bundesweit Mitarbeiter aus mehr als 80 Nationen und begrüßen täglich Gäste aus der ganzen Welt. Bis heute ist das Warenhaus ein Ort, an dem sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung begegnen. Wir verbinden für unsere Kunden Tradition und Verlässlichkeit mit Innovation und Begeisterung. Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Kaufverhalten der Kunden entwickeln? Natürlich sind Digitalisierung und Onlinehandel eine große Herausforderung. Aber ich bin überzeugt, dass die Kunden auch in Zukunft den stationären Einzelhandel aufsuchen werden, wo ihre Wünsche und Bedürfnisse erkannt und erfüllt werden. Wir als Warenhaus möchten ihnen in allen Bereichen den besten Service anbieten. Kundenzufriedenheit wird auch künftig bei der Wahl der Einkaufsstätte entscheiden. Was kann Ihr Unternehmen vom stationären Handel und vom Onlinehandel lernen? Wo finden sich Schnittmengen zwischen den beiden und wie nutzen Sie diese? Galeria Kaufhof ist auf einem guten Weg zum Multichannel-Warenhaus. Eine Chance für zukünftiges Wachstum sehen wir vor allem in der Verzahnung von Filial- und Onlinegeschäft. So unterstützen wir in den Filialen die Beratungsgespräche mithilfe mobiler Tablets. Unsere Kunden können die Marke Galeria Kaufhof auf allen Kanälen erleben, ob bequem von zu Hause, mobil via Smartphone oder beim Erlebniskauf in der City. So werden aus Gästen immer mehr zufriedene Kunden. Unternehmensporträt Die Galeria Kaufhof GmbH mit Sitz in Köln ist europaweit eines der führenden Warenhausunternehmen. Sie betreibt aktuell 101 Warenhäuser und 14 Sporthäuser in Deutschland sowie 16 Warenhäuser in Belgien. Die Galeria Kaufhof Berlin Alexanderplatz ist mit ihren rund 35.000 m 2 Verkaufsfläche eines der Flaggschiffe des Unternehmens. Torsten Kruse Was trifft auf Sie zu … … risikofreudig oder solide? Ich gehe gerne neue Wege, die natürlich auch mit Risiken behaftet sind. Das geht aber nur von einer soliden Basis aus – beruflich wie auch privat! … Trendsetter oder Traditionalist? Hier liegt die Wahrheit in der Mitte. Mode spielt für mich eine wichtige Rolle, jedoch sind meine Lieblingskleidungsstücke eher Klassiker. … Turnschuh oder Oxford? Ich trage und liebe beide Schuharten – es kommt auf den Anlass an. … Bargeld oder Kreditkarte? Ohne Bargeld gehe ich nie aus dem Haus, jedoch zahle ich fast alles mit Karte. … Teamplayer oder Alleinentscheider? Teamplayer. Wer die Erfahrungen, Ideen und die Kreativität von Kollegen und Mitarbeitern nicht nutzt oder sogar ignoriert, wird keinen Erfolg haben. Porträt: Fotografie Anthez, Berlin 40 BERLIN TO GO

STARTUP Herr Hau, was heißt für Sie „Einkaufserlebnis“? Während es früher im eCommerce vor allem darum ging, Produkte verfügbar zu machen, muss unser Fokus heute sein, Kunden auf ihrer individuellen Entdeckungsreise durch die Modewelt zu begleiten. Die Devise lautet jetzt „Wir präsentieren jeder Kundin das für sie perfekte Angebot“. Es geht also um Relevanz und Inspiration. Erst recht in einer zunehmend mobilen Einkaufswelt möchten Kunden sich nicht mühsam durch einen langen Katalog an Artikeln scrollen. Sie wollen Mode mobil und spielerisch entdecken. Sie wollen nicht nur schnell das finden, wonach sie suchen, sondern auch von Neuem inspiriert werden. Erste Schritte für uns in diese Richtung sind beispielsweise der personalisierte Feed im Zalando Shop und in der Zalando App, der individuelle Produktvorschläge, aber auch Streetstyles zeigt. Mit dem Relaunch der App gehen wir seit Anfang des Jahres sogar noch einen Schritt weiter. Sie bietet umfangreiche redaktionelle Inhalte wie Videos und Berichte von Modepersönlichkeiten. Für welche Werte steht Ihr Unternehmen? Die Zufriedenheit unserer Kunden steht im Fokus. Das sagt sicherlich jeder Händler, bei Zalando wird es aber jeden Tag gelebt: Wir hören unseren Kunden genau zu, sei es über Live-Feedback-Ticker, User Labs, in denen Kunden testen, oder indem wir selbst rausgehen. Unsere Vision ist es, als Modeplattform ein Ökosystem zu schaffen, das alle im Modegeschäft vernetzt, von Kunden über Markenpartnern bis hin zu Dienstleistern. Auch die Zusammenarbeit mit stationären Händlern ist denkbar. Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Kaufverhalten der Kunden entwickeln? Wir sehen heute schon einen anhaltenden Trend zum mobilen Shopping. Im Schnitt stammen 60 % unserer Shopbesuche von mobilen Geräten. Bei uns heißt es deshalb Mobile First: Alle neuen Ideen und Produkte werden zuerst für mobile Plattformen gedacht. Aber auch andere Kanäle werden in Zukunft wichtig bleiben. Für uns stehen deshalb ein Miteinander und die richtige Vernetzung im Mittelpunkt. Porträt: Zalando; Foto oben: invizbk - Fotolia.com Unternehmensportät Mit 131 Millionen Besuchen und 17,2 Millionen aktiven Kunden, ist Zalando Europas führende Online-Plattform für Mode. Zalando bietet seinen Kunden eine umfassende Auswahl an Bekleidung, Schuhen und Accessoires für Damen, Herren und Kinder bei kostenfreiem Versand und Rückversand und zwar in 15 europäischen Märkten. Das Unternehmen setzt auf einen Dreiklang aus Mode, Technologie und Logistik, um den Kunden und Markenpartnern einen Mehrwert zu bieten. Moritz Hau Was trifft auf Sie zu … … risikofreudig oder solide? Beides, denn Risikofreude gehört zur langfristigen Solidität … Trendsetter oder Traditionalist? Beides, hängt vom Thema ab … Turnschuh oder Oxford? Schicker Turnschuh oder sportlicher Oxford … Bargeld oder Kreditkarte? Kreditkarte … Teamplayer oder Alleinentscheider? Teamplayer Was kann Ihr Unternehmen vom stationären Handel lernen? Wo finden sich Schnittmengen zwischen dem Online- und dem stationären Handel und wie nutzen Sie diese? Der stationäre Handel hat Jahrzehnte Erfahrung in der persönlichen Beratung. Nach wie vor ist es genau das, wonach viele Kunden suchen, und deshalb bieten wir seit letztem Jahr mit Zalon eine kostenlose, persönliche Stylingberatung. Zalon-Kunden profitieren zusätzlich vom großen Zalando-Sortiment und dem kostenlosen Rückversand. Ein weiterer Vorteil stationärer Händler ist der lokale Standort, während wir als Plattform wiederum eine enorme Online-Expertise, Infrastruktur und Reichweite mitbringen. Gerade mit Blick auf die Kundenzufriedenheit liegt aus unserer Sicht der Schlüssel in der Kombination von Online und Offline. Wenn ein Kunde ein bestimmtes Produkt ganz schnell benötigt, warum vernetzen wir ihn als Modeplattform nicht einfach mit dem Händler um die Ecke? Idealerweise wissen wir auch, ob der Wunschartikel in der richtigen Größe und Farbe vorrätig ist, reservieren ihn oder schicken einen Kurier. Diese Vision gelingt nur in enger Zusammenarbeit. Wie wird Einkaufen in 50 Jahren aussehen? Das ist schwer zu beantworten. Zalando selbst gibt es erst sieben Jahre lang, genauso lang wie das iPhone. Schauen Sie sich an, was sich allein in dieser kurzen Zeit verändert hat. Am Ende wird es immer darum gehen, Einkaufen für Kunden möglichst unkompliziert und interessant zu gestalten. Interviews Gabriele Schulte-Kemper BERLIN TO GO 41

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