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Berlin to go, Ausgabe 1.2016

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Das Magazin von Berlin Partner, Ausgabe 1.2016

COFFEE TO GO AUF EINEN

COFFEE TO GO AUF EINEN COFFEE TO GO … Annabell Dörksen trifft Karl Heinz Köhler und David Köhler, Geschäftsführende Gesellschafter der Berliner Seilfabrik Ihre Produkte stehen überall auf der Welt: Schaukeln in Chile, Rutschen auf Djerba, Klettertürme in Singapur oder Seilbrücken an der Küste von Neuseeland. Die Berliner Seilfabrik ist Weltmarktführer für Seilspielgeräte. Sie ist damit Teil einer Gruppe von Unternehmen, die Berlins Wirtschaft in besonderem Maße prägen: innovative Mittelständler, die aus der deutschen Hauptstadt heraus die Spitze eines Weltmarktes anführen. Im Gespräch mit Chefredakteurin Annabell Dörksen geben Karl Heinz Köhler und sein Sohn David Köhler einen Einblick in die Geschichte und Zukunft des Familienunternehmens. Womit haben Sie selbst als Kind am liebsten gespielt? Karl Heinz Köhler (KK): Sowohl ich als auch mein Sohn sind im Tegeler Fließtal aufgewachsen. Auf Bäume zu klettern war dort für uns das Größte. Von daher kann ich sagen: Wir entwickeln hier tatsächlich nur das zweitbeste Mittel zum Klettern – es geht nichts über Bäume und freie Natur als Ort zum Spielen für Kinder. Die Wurzeln der Berliner Seilfabrik liegen in einer 1865 gegründeten Seilfertigungsstätte für die Aufzugsindustrie – damals noch in Hand der Familie Volkmann. Heute stellen Sie weltweit gefragte Spielgeräte aus Seilen her. Die Berliner Seilfabrik steht sogar in einem Lexikon der 800 Weltmarktführer aus Deutschland. Wie hat sich das Unternehmen zu dem entwickelt, was es heute ist? KK: 1834 wurde das Stahlseil entwickelt. Die Berliner Seilfabrik gehörte kurze Zeit später zu den führenden Anbietern und hat Firmen wie Otis oder Schindler beliefert. In den 1970ern kam ein Architekt mit einer außergewöhnlichen Idee auf das Unternehmen zu: Er wollte ein dreidimensionales Netzgebilde für Spielplätze bauen. Gemeinsam mit den Ingenieuren der Seilfabrik entstand so das weltweit erste Raumnetz aus Stahlseilen. Das Hauptgeschäft des Unternehmens machten damals jedoch Transportsysteme für Fertigbetonteile aus. Seit ich selbst Ende der 70er als Ingenieur bei der Seilfabrik angefangen habe, gilt meine Leidenschaft den Spielgeräten. Ihre persönliche Geschichte ist eng mit der Geschichte von Berlin und auch der Wende verknüpft: Die Seilfabrik war nicht immer ein Familienunternehmen. Wie ist es zur Übernahme gekommen? KK: Nach dem Fall der Mauer entschloss sich das bayerische Mutterunternehmen, die Produktionsstätte in Berlin aufzugeben und die Fertigung der Transportsysteme nach Bayern zu verlagern. Ich war damals bereits Geschäftsführer und beschloss, den noch verbleidenden Teil der Seilfabrik – die Seilspielgeräte – aus Begeisterung für das Produkt durch einen Management-Buy-out zu übernehmen. Ihre Familie hat die Fabrik 1995 mit zehn Mitarbeitern übernommen. Wie viele Mitarbeiter sind es heute? Und welche Kompetenzen vereinen Sie hier am Standort? Foto Gespräch: Berlin Partner/Gonez 30 BERLIN TO GO

Seile aus der Berliner Seilfabrik sind weltweit in Spielgeräten verarbeitet. Fotos: Berliner Seilfabrik; Foto Anlage – Peter Beckmann David Köhler (DK): Heute hat die Berliner Seilfabrik über 70 Mitarbeiter. Hier am Standort entwickeln wir zum einen die Technik weiter – über 20 Patente liegen bei der Berliner Seilfabrik. Zum anderen haben wir hier die Fertigung der Seile, den Stahlbau für die Rohrgerüste und natürlich unser Creative Center, in dem die Ideen für die Spielplatzgestaltungen entstehen. 2006 haben wir den Standort um eine weitere Produktionshalle erweitert. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war der Aufbau unserer Niederlassung in den USA im Jahr 2009. Heute machen wir über 50 % unseres Umsatzes westlich des Atlantiks. Cosmo, Pergode, Geos – das alles sind Produkte von Ihnen. Zwischen 800 und 1.000 dieser Spielgeräte fertigt die Berliner Seilfabrik im Jahr. Können Sie uns ein Beispiel geben? KK: Im Mittelpunkt unserer Entwicklungen steht das dreidimensionale Klettererlebnis für Kinder. Unsere Geräte bieten nicht nur Spaß, sondern sind auch ein unglaublich gutes kognitives Training. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweis im Sauerland das längste Seilspielgerät Europas gebaut, das über 167 Meter lang ist und einen Höhenunterschied von 50 Metern überwindet. In Elstal haben wir in diesem Jahr das höchste Spielgerät, das wir jemals gebaut haben, in Betrieb genommen. Wie läuft ein Entwicklungsprozess in Ihrem Haus ab? Woher kommen Ihre Ideen? DK: Unsere Auftraggeber sind überwiegend Kommunen und Städte, aber auch immer mehr Hotels und Freizeitparks. Wir haben zahlreiche Spielgeräte, die wir quasi von der Stange verkaufen können – häufig ist allerdings eine individuelle Planung eines Spielplatzes gewünscht. Hier kommt unser Creative Center mit Landschaftsarchitekten, Designern und Ingenieuren ins Spiel. Unsere Kunden schätzen unseren hohen Anspruch an Technik und Design. So haben wir es zum Weltmarktführer geschafft. Und was uns letztendlich natürlich am meisten freut, sind begeisterte Kinder, die unsere Geräte mit Freude nutzen. Was sind Ihre Perspektiven für die Zukunft? DK: Wir setzen ganz klar auf eine Technologieführerschaft mit individueller Beratung und qualitativ hochwertiger Fertigung. In den letzten drei Jahren haben wir unsere Umsätze auf diese Weise fast verdreifacht. Berlin tragen Sie nicht nur im Namen, Sie engagieren sich z.B. auch im Rahmen der be Berlin Industriekampagne für die Stadt – was bedeutet Ihnen der Standort? DK: Wir haben das Glück, ein Industriebetrieb inmitten einer boomenden Metropole zu sein. Berlin bietet uns ein inspirierendes und kreatives Umfeld – die beste Grundlage für unsere Innovationen. Darauf sind wir stolz und tragen Berlin gerne im Namen. Der beste Beweis: Mittlerweile arbeiten wir sogar nur unter der Marke „Berliner“. So ist Berlin zum Synonym für Qualität in unserer Branche geworden. BERLIN TO GO 31

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