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Berlin to go, Ausgabe 1.2016

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Das Magazin von Berlin Partner, Ausgabe 1.2016

SERVICE „DER KERN DER

SERVICE „DER KERN DER MARKE BERLIN IST FREIHEIT“ Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin, im Interview über die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Berlin – Und das, was ihn einzigartig macht Die Berliner Wirtschaft ist im Aufwind. Für das Jahr 2016 prognostiziert die Investitionsbank Berlin (IBB) einen BIP-Zuwachs von 2 %. Im Vorjahr waren Umsätze von Einzelhandel, Industrie und Gastgewerbe im Schnitt um 4,5 % gestiegen, auch die Exporte verzeichneten ein Plus von 4,2 %. Hier herrscht das richtige Klima für Unternehmen, die sich ansiedeln oder expandieren möchten. Berlin to go traf sich zum Gespräch mit Dr. Jürgen Allerkamp und bat ihn um seine Einschätzung. Welche Rolle hat die Investitionsbank Berlin? Dr. Jürgen Allerkamp (JA): Wir sind in erster Linie eine Gründerbank, denn fast die Hälfte unserer Kunden sind Gründer. In den deutschlandweiten Top 10 sind wir mit Blick auf Stückzahl sogar der aktivste Beteiligungsgeber für Startups. Dank der Mittelstandsoffensive von Senat und IBB sind wir außerdem ein starker Förderer von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und da zwei Drittel unserer Finanzierungszusagen in die Zukunftscluster unseres Landes gehen, sind wir zugleich Innovationsförderer. Zu guter Letzt sind wir Wohnungsbauförderer, denn wir finanzieren bezahlbaren Wohnraum in der Stadt – ein Thema, das in diesen Tagen besonderes Gewicht bekommen hat. Wie würden Sie die Mission Ihres Hauses beschreiben? JA: Unsere Mission ist es, Menschen zu beraten, die ihre unternehmerischen Ideen verwirklichen wollen, und sie bei der Finanzierung zu unterstützen. Wir machen das schon länger, als das Wort „Startup“ existiert – vom Mikrokredit bis zum Venture Capital mit Eigen- oder Fremdkapitalfinanzierung. Bei allen Fragen rund um die Finanzierung von Unternehmen sind wir der Ansprechpartner Nummer eins in Berlin. Ganz wichtig ist uns dabei der Beratungsaspekt. Der spielt besonders bei unserem Businessplanwettbewerb eine große Rolle. Was ist das Besondere an diesem Wettbewerb? JA: Es ist der größte regionale Gründungsideenwettbewerb in Deutschland. Seit 20 Jahren veranstalten wir ihn mit großem Erfolg. Aus profitablen Ideen, die uns dort vorgestellt werden und die wir gemeinsam mit Gründern weiterentwickeln, entstehen profitable Unternehmen, die wir im Anschluss an den Wettbewerb über individuelle Beratung und gezieltes Coaching nach vorne bringen. Und wie sieht die Förderung der Unternehmen aus, die bereits hier ansässig sind oder sich in Berlin ansiedeln möchten? Alle Fotos: IBB 22 BERLIN TO GO

SERVICE JA: Für sie gibt es die großen Programme, die wir seit Jahren offerieren, darunter auch das bekannte GRW-Programm. Daneben existieren beispielsweise Programme wie ProFIT, das sich gezielt an junge, innovative Technikunternehmen richtet, oder Berlin Kredit, ein Finanzierungsprogramm für Mittelständler, die besondere Investitionen und Betriebsmittelanschaffungen tätigen möchten. Ein besonderes Angebot ist unser Innovationsassistent. Dabei handelt es sich um ausgewählte Hochschulabsolventen, die für einen begrenzten Zeitraum Know-how aus Wissenschaft und Praxis in kleine und kleinste Unternehmen bringen. Gerade beim Thema Digitalisierung, das für kleine und mittelständische Unternehmen branchenübergreifend anschlussentscheidend ist, kann dieses frische Wissen aus der Forschung den entscheidenden Vorsprung im Markt ausmachen. Der Mittelstand ist das Rückgrat der wirtschaftlichen Standortentwicklung. Fördern Sie ihn auf besondere Weise? JA: Für das Jahr 2016 haben die Senatsverwaltung für Wirtschaft und die IBB eine Mittelstandsoffensive mit vier Säulen entwickelt. In kurzen Worten zusammengefasst: Im Programm Berlin Innovativ, das innovative KMU finanziert, haben wir die Darlehenshöchstsumme auf zwei Mio. Euro erhöht. Das Programm Berlin Mittelstand 4.0 widmet sich insbesondere der Digitalisierung von KMU aus produzierendem und Dienstleistungsgewerbe sowie der IT-Branche mit einem geplanten Jahresvolumen von rund zehn Mio. Euro. Daneben haben wir den KMU-Fonds mit rund 30 Mio. Euro pro Jahr ausgestattet. Und unser GRW- Programm wird künftig auch für Firmen mit Provisionsmodellen, wie sie bei Startups und in der Digitalwirtschaft üblich sind, geöffnet. Wir werden diese Themen auch am Fördertag am 6. April 2016 im Detail bekanntgeben. Der Fördertag ist eine gute Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen. Wie kommen Ihre Kunden üblicherweise auf Sie zu? JA: Alle Wege sind denkbar, sei es über unsere Internetseite oder via Telefon. Startups und Gründer lernen wir entweder über den Businessplanwettbewerb kennen, oder sie werden an uns vermittelt. Bei Unternehmen, die sich in Berlin neu ansiedeln möchten, werden wir von Berlin Partner ins Boot geholt. Wir schätzen diese Zusammenarbeit außerordentlich und wollen sie künftig gerne fortentwickeln. Immer wieder werden wir auch von Hausbanken angesprochen und in Finanzierungsprozesse eingebunden. Wie beurteilen Sie die Ansiedlungsentwicklung der letzten Jahre? JA: Das ist eine sehr rasante Entwicklung, an der wir, wenn ich offen sprechen darf, nicht ganz unschuldig sind. Wir begrüßen es sehr, dass Berlin sich so weiterentwickelt, und werden alles dafür tun, dass wir hier auch künftig ein günstiges Gründungs- und Ansiedlungsklima vorfinden! Was ist dafür entscheidend? JA: Die Stadt muss in allen ihren Facetten – kulturell, wissenschaftlich, wirtschaftlich – interessant bleiben, um Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin, hat sich auch für 2016 viel vorgenommen. Unternehmen, Nachwuchs- und Fachkräfte anzuziehen. Dazu gehört auch, dass Berlin gewerblich wie privat vergleichsweise niedrige Mieten bieten kann. Und das Thema digitale Infrastruktur spielt eine maßgebliche Rolle. Wenn wir hier die richtigen Weichen stellen, um das digitale Herz der Republik zu bleiben, steht der erwarteten Entwicklung in den kommenden 15 Jahren ein Potenzial von einer Viertelmillion Arbeitsplätzen gegenüber. Die Aufgabe aller Akteure der Standortentwicklung ist es also, das Potenzial Berlins als dynamischste Wirtschaftsregion Deutschlands aufrecht zu erhalten. Denn nur Erfolg nährt Erfolg. Wie kann das gelingen? JA: Indem wir so weitermachen wie in der jüngsten Vergangenheit. Die Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderungsinstitutionen in Berlin – dazu gehören zum Beispiel Berlin Partner, die Technologiestiftung Berlin und die IHK – ist sehr eng, und wir ziehen tatkräftig an einem Strang. Ein gutes Beispiel ist die Startup Unit, in der sich alle relevanten Akteure zusammengefunden haben. Wie sehen Sie Berlin als Wirtschaftsstandort heute? JA: Vor zwei bis drei Jahren waren Förderungszusagen für ansiedlungswillige Unternehmen entscheidend. Heute ist die pekuniäre Förderung bei größeren Unternehmen kein primärer Anreiz mehr. Das zeigt, was passiert ist: Die Ansiedlung in Berlin ist bereits ein ökonomischer Wert an sich. Gerade bei Gründern. Wie würden Sie persönlich die Frage „Why Berlin?“ beantworten? JA: Warum Berlin? Für mich ist die DNA dieser Stadt Freiheit. Freiheit, die wir, historisch betrachtet, anderen genommen haben. Freiheit im Sinne von Kultur und Lebensart, wie sie schon in den 1920er-Jahren bemerkenswert war. Schon Friedrich II. ließ jeden „nach seiner Fasson selig werden“. Berlin ist bunt, kreativ, innovativ, zukunftsorientiert und absolut tolerant. Freiheit ist, wenn Sie so wollen, der Markenkern dieser Stadt. Ich bin fast ein wenig traurig, dass ich nicht schon fünf Jahre eher hierhergekommen bin! Herzlichen Dank für das Gespräch! Interview Ines Hein BERLIN TO GO 23

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