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Berlin to go, Ausgabe 1.2016

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Das Magazin von Berlin Partner, Ausgabe 1.2016

DISKURS „GLOBALES

DISKURS „GLOBALES WACHSTUM LÄUFT VON BERLIN AUS“ Im Gespräch mit Berlin to go wirft der Serial Entrepreneur Michael Brecht, CEO von Doodle, einen Blick auf Berlin als Digital Hub und spricht über die Zukunft seines Unternehmens 28 Millionen Menschen nutzen aktuell pro Monat das Online-Terminfindungstool Doodle. Im Februar 2015 hat das Schweizer Unternehmen seine deutsche Tochter in Berlin gegründet. Die globale Expansion wird von hier aus gesteuert. CEO Michael Brecht, der als erfolgreicher Mehrfachgründer im Digital Business weiß, worauf es ankommt, spricht über die Standortwahl und die Wachstumsoffensive seines Unternehmens. Doodle heißt „Rumkritzeln, rumspielen“ – ein ähnlich eingängiger Name wie Google. Weshalb die meisten Menschen wahrscheinlich denken, Doodle sei eine US-Firma aus dem Silicon Valley. Wie ist es denn wirklich? Michael Brecht (MB): Stimmt, die wenigsten wissen, dass wir ein Schweizer Unternehmen sind, das 2008 in Zürich von zwei Absolventen der ETH Zürich gegründet wurde. Die beiden Gründer haben 2014 ihre Anteile an die Tamedia AG verkauft, die als heutige Muttergesellschaft die globale Expansion von Doodle vorantreibt. Sie selbst sind seit über 20 Jahren in den digitalen Medien zu Hause und haben in Australien und Asien gelebt. Wie kamen Sie zu Doodle? MB: Anfang 2014 habe ich das Ruder übernommen und bin als CEO bei Doodle eingestiegen. Für mich bietet Doodle alle Möglichkeiten, die digitale Evolution mit voranzutreiben – als Teil der Tamedia AG, des größten Medienhauses der Schweiz, aber auch als innovatives Unternehmen, das zum weltweit beliebtesten Online-Tool für Terminfindung herangewachsen ist. Warum fiel die Entscheidung, die deutsche Tochter in Berlin zu gründen? MB: Wir wussten immer, dass wir für die internationale Expansion einen weiteren Standort in Europa benötigen. Ich habe sehr stark auf die Gründung in Berlin gedrängt, weil ich hier zur Wendezeit gelebt und mich in die Stadt förmlich verliebt habe und weil Berlin uns als Digital Hub die perfekte Anbindung für unsere Wachstumsoffensive bietet. Welche Aufgaben haben Sie mit an die Spree gebracht? MB: Wir arbeiten mit einem eigenen Entwicklerteam vor Ort an der Weiterentwicklung der Doodle-Mobile-App für iOS und Android. Früher haben wir dafür mit externen Entwicklern gearbeitet. Seit rund zwei Jahren aber sehen wir einen ganz starken Switch in Richtung Mobile. Ein wesentlicher Schritt war es deshalb, den Mobile Shift mit eigenen Kompetenzen zu besetzen. Dafür ist Berlin natürlich ein großartiger Standort. Inwiefern? MB: Hier sind die richtigen Leute mit dem richtigen Knowhow. Und die Vernetzungskultur wird hier in einem hohen Maße gelebt. Beispielsweise haben wir uns für den Papierkalender waren gestern, heute werden Termine auf dem Smartphone verwaltet. Alle Fotos: © Doodle 14 BERLIN TO GO

DISKURS gewachsen. In letzter Zeit haben wir damit begonnen, uns in weniger starken Märkten strategisch aufzustellen und Doodle bekannter zu machen. Das Gleiche gilt aber auch für die stark wachsenden Märkte wie zum Beispiel Brasilien. Im Vorfeld von Olympia 2016 treten wir hier deutlich prominenter auf. Und diese globale Strategie, unser gesamtes globales Wachstum steuern wir von Berlin aus. Dank Doodle lassen sich Termine mit anderen ganz einfach koordinieren. Bereich Suchmaschinenoptimierung eine externe Agentur gesucht, mit der wir sehr eng und erfolgreich zusammenarbeiten. Nachdem wir mittlerweile in 21 Sprachen live sind, ist es erfolgsentscheidend, dass wir den entsprechenden Support von unseren externen Partnern vor Ort erhalten. Das klappt hervorragend, und wir freuen uns, ein aktiver Teil des Digital Hubs Berlin zu sein! Wir haben hier aber nicht nur tragfähige Partnerschaften geschlossen, wir werden mittlerweile auch von Startups angesprochen, um Doodle dort einzubringen. Und das machen wir natürlich besonders gerne. Ihr Herz schlägt für Startups. Sie selbst haben mit Erfolg mehrere Gründungen hingelegt, darunter etwa urbia.com und 52weine. Wie unterstützen Sie junge Gründer? MB: In zweifacher Weise. Zum einen als Berater in der Wachstumsphase. Zum anderen durch das Thema Produktivität nach dem Leitspruch: We help you to work smarter – not harder! Ich habe gerade einen Interviewband zum Thema Produktivität veröffentlicht (Anm. d. Red.: The Productivity Book. 30 Professionals Talk about their Time Management) und spreche als Gastredner und Keynote-Speaker unter anderem auch über unternehmerische Produktivität. Doodle ist dafür natürlich ein tolles Instrument. Apropos Wachstum: Wie sieht Ihre Zielsetzung für die Expansion von Doodle aus? MB: Neben dem Entwicklungsstandort ist Berlin für uns der Ort, an dem wir unser Marketing ausbauen und unseren Supportbereich aufbauen werden. Der Kundensupport wurde bislang auf Deutsch und Englisch abgewickelt, wir wachsen aber immens in spanisch- und portugiesischsprachigen Märkten. Daher arbeiten wir aktuell am Ausbau unseres Supportteams in diesen Sprachen. Berlin ist auch in dieser Hinsicht eine exzellente Wahl, weil die Stadt Fachkräfte aus allen Teilen der Erde anzieht. Und genau die brauchen wir. Welche Ziele haben Sie sich für Doodle gesetzt? MB: Stand heute nutzen weltweit 28 Millionen Menschen pro Monat unser Tool, um gemeinsame Termine zu finden. Warum sollten es nicht 200 Millionen werden? Unsere Aufgabe ist es also, den Produktivitätsvorteil von Doodle weltweit bekannt zu machen. Früher sind wir massiv viral Was ist Ihre persönliche Vision für Doodle? MB: Ich will, dass Doodle sich als weltweiter Standard für die Terminfindung etabliert. Unser großer Vorteil ist, dass wir herstellerunabhängig funktionieren und die Terminergebnisse unserer User in die diversen Kalendersysteme exportieren können, ohne an eine technische Plattform gebunden zu sein. Sie sagten vorhin, Sie hätten sich zur Wendezeit in Berlin verliebt. Wie ist es für Sie heute nach vielen Jahren im Ausland, in die Hauptstadt zurückzukehren? MB: Ich habe alleine sechs Jahre in Australien gelebt und bin mit meiner Familie in fünf verschiedenen Ländern zu Hause. Nach Berlin zurückzukommen war für mich mit einer großen Wiedersehensfreude verbunden. Als ich die Stadt im Wendejahr kennenlernte, war das eine total spannende Zeit! Berlin war so bunt, so wild, so anders. Gute 25 Jahre später hat sich die Stadt natürlich massiv verändert. Treibt am Standort Berlin die globale Expansion für sein Unternehmen voran: Doodle-CEO Michael Brecht. Wie fühlt sich Berlin denn heute für Sie an? MB: Das ist gar nicht so einfach zu sagen. Berlin ist nach wie vor sehr spontan. Mir gefällt, dass die Stadt nicht so poliert daherkommt wie viele andere Städte. Das erinnert mich an die Kreativität von New York, eine Stadt, die ich auch sehr liebe. Der Unterschied zu damals ist aber: Früher war Berlin voll von dieser ungestümen Kraft. Heute hat sie sich auf gewisse Ecken zurückgezogen, die noch an das ursprünglich Kreative der Wendezeit erinnern. Doch bei allem Wandel ist der Charakter der Stadt gleich geblieben. Berlin ist damals wie heute spontan, kreativ und unprätentiös. Das hatte ich vermisst und deshalb freue mich sehr, dass ich mit Doodle wieder zurückkommen konnte! Herzlichen Dank für das Gespräch! Interview Ines Hein BERLIN TO GO 15

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